Die wichtigsten Tipps fürs Kennenlernen - Dating mit Dr. Johanna Degen
Shownotes
Wie finde ich heraus, ob jemand wirklich zu mir passt? Welche Dynamiken entstehen in den ersten Gesprächen und Treffen? Und woran erkenne ich, ob ich gerade aus echtem Interesse handle oder aus alten Mustern heraus?
Lukas spricht in dieser Folge mit Sozialpsychologin und Dating - Expertin Dr. Johanna Degen darüber, was heutiges Dating so herausfordernd macht, welche Rolle Selbstwert, Authentizität und klare Kommunikation spielen und warum viele Menschen ausgerechnet dann unsicher werden, wenn es wirklich gut läuft. Außerdem gibt sie konkrete Tipps, wie ihr beim Kennenlernen entspannter werdet, innere Klarheit gewinnt und früh erkennt, ob eine Beziehung gesund wachsen kann.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Jede Beziehung hat immer im anderen etwas, was man unaushaltbar findet.
00:00:05: Und dann ist sozusagen, wenn man das dann vermeiden möchte, dann vermeidet man in Beziehung gehen.
00:00:10: Also es geht eigentlich um einen Ringen mit dem Leben, dem Sein und dem Selbst an einem anderen, der immer eine Unvereinbarkeit hat.
00:00:20: Es gibt immer ewige Probleme, die gibt es nicht zu lösen, sondern es gibt nun Umgang mit ihnen.
00:00:39: Herzlich willkommen zu dieser Jakobsweg-Folge.
00:00:41: und ich bin nicht allein, Johanna Degen ist bei mir und du hast ja wirklich eine ganze Aneinanderreihung von Titeln.
00:00:47: Du bist Promovierte in der Psychologie, du bist Systemische Therapeutin, du bist Sexualtherapeutin, Paartherapeutin, Buchautorin, Instagrammerin.
00:00:58: Das mich.
00:01:01: Influencerin.
00:01:02: Du bist ganz, ganz viel und ich freue mich sehr, dass du heute hier zu Gast bist im Jakobsweg.
00:01:06: Und ich will heute mit dir darüber reden,
00:01:08: ah,
00:01:08: wie ich in eine Partnerschaft komme, die mir gut tut, also wie ich den oder die Richtige finde.
00:01:13: Ob es denen oder die Richtige überhaupt gibt, werden wir wahrscheinlich auch klären.
00:01:17: Und vor allem, wie ich in dieser Beziehung bleibe, weil manchmal klickt es ja und es fühlt sich wahnsinnig spudlich an am Anfang und dann merke ich irgendwie nach sechs, sieben, acht, neun Monaten, der kriegt irgendwas rein, was ich von früher kenne beziehungsweise.
00:01:27: Wie fühlt sich es doch nicht so richtig an?
00:01:28: Und das treibt ich ja auch.
00:01:34: Ja, und in der Wissenschaft auch.
00:01:35: Wir ringen darum, was ist los, Einsamkeit steigt an.
00:01:39: Also das Erleben entweder zu wenige oder qualitativ nicht hochwertig genügend Beziehungen zu haben, ist ein absolutes Massenphänomen.
00:01:45: Steigt, steigt, steigt in allen Altersgruppen.
00:01:48: Also der Hunger nach Beziehung ist da.
00:01:50: In der Forschung beim Online-Dating sehen wir das.
00:01:52: Alle wollen in Kontakt kommen, sind auch bereit, sehr viel dafür.
00:01:56: zu bezahlen, jetzt nicht nur Geld, sondern auch, was sich selber zu riskieren, Emotionen zu riskieren, Zeit zu investieren.
00:02:04: Man ringt so um die Beziehung und irgendwie ist ein bisschen der Wurm drin.
00:02:08: Es will nicht klappen.
00:02:09: Also wir haben diese vielen Singles, viel Einsamkeit, viel Hunger nach Beziehung, viel Motivation und sogar Opferbereitschaft.
00:02:18: Aber
00:02:19: wir leben in der digital verbundeten Zeit.
00:02:22: Wirklich, es gab noch nie eine verbundete Zeit.
00:02:25: Aber wir leben auch in einer der einsamsten Zeiten auf der anderen Seite, wenn es so um menschlichen Kontakt geht, oder?
00:02:32: Woran liegt das eigentlich dieses Auseinandergleiten?
00:02:34: Wir sind ja so verbunden und können eigentlich immer anrufen oder sagen, wir verabreden uns, aber irgendwie der Kontakt, der da ist, ist vielleicht abgelenkt.
00:02:41: Woran liegt es?
00:02:43: Ja, das technische Versprechen war, dass wir jetzt jederzeit in Kontakt kommen können, alles teilen können, Beziehungen fliegen.
00:02:50: und sozusagen auch maßgeschneidert, sozial zu befriedigen.
00:02:55: Wenn man Bedürfnis hat, dass man das auch digital befriedigen kann oder zumindest eine Lösung angeboten bekommt.
00:03:02: Und tatsächlich ist es aber trennend.
00:03:04: Also das Thema Parasozialität, also die Beziehung und die Kommunikation, die man sich online angewöhnt, scheint die Menschen nicht näher zueinander zu bringen und auch nicht besser ins Leben zu bringen.
00:03:16: sodass einem tatsächlich auch das Erleben von einem sinnvollen Leben eher abhanden kommt, sinnliche Auseinandersetzungen mit sich selber und mit anderen.
00:03:25: Und wir haben eine Fragmentierung von Bedürfnissen.
00:03:28: Also wir haben so das Gefühl, so eine Listenlogik.
00:03:32: Man hat das Gefühl, man kennt sich selber nach so einer Listenlogik und kann sich auch listenlogikmäßig Beziehungsaspekte wünschen und zusammen stuppeln.
00:03:43: Ah, okay.
00:03:44: Und dabei ist das Ganze verloren gegangen.
00:03:46: Die Schönheit des mystischen, chaotischen, größer als das Leben, die Transzendenz.
00:03:52: Und jetzt haben wir quasi wie so ein Missverständnis.
00:03:54: Also das, was wir uns auch online an Selbstbild und Bilder von Gruppen angeeignet haben, das führt tatsächlich dazu, dass wir uns misstrauen, dass man auch das Gefühl hat, in Nicht-Online-Settings wäre es unangebracht, in Kontakt zu kommen.
00:04:10: Wir haben Ideen von Liebe, die auch Sexualität, die durch Diskurse bestimmt sind, die eher nicht dazu führen, dass wir gelungene, überdauernde Beziehungen führen, romantisch oder nicht.
00:04:19: Okay, und wir wollen klären, wie kommen wir dahin zurück?
00:04:23: Wie können wir gelungene, überdauernde Beziehungen führen?
00:04:27: Und das, was ich immer wieder erlebe in meinen verschiedenen Projekten, die ich mache, von besten Freundinnen, von besten Vaterfreuden, so bin ich eben, dass wir ganz viele Zuschriften kriegen.
00:04:40: Und ganz häufig kriege ich die Frage gestellt, wie finde ich den richtigen, wenn ich mich immer in den falschen Fall liebe?
00:04:47: Das ist so das Phänomen schlechthin, dass irgendwie Typen anziehend sind für viele Frauen, die nicht wirklich geeignetes Beziehungsmaterial sind, in der Entwicklungsphase, wo sie sich zu dem Zeitpunkt befinden.
00:04:59: Was würdest du sagen, ist der Hauptgrund, warum der Fokus dann so ausgerichtet ist bei den Frauen?
00:05:06: Also warum findet man eigentlich jemand anziehend, der nicht wirklich geeignet ist für einen?
00:05:13: Also, das wird eine lange Antwort.
00:05:16: Wir machen mal so step by step.
00:05:18: Also das erste ist, suche ich eigentlich, habe ich eine gute Idee von Beziehung.
00:05:23: Oft haben wir eine überfrachtete Idee von Beziehung.
00:05:26: Also die Beziehung soll total viel für einen machen, exotischer Sex, total viel Spaß bringen.
00:05:32: ein belastetes Leben ausgleichen, irgendwie gut aussehen, die Beziehung und die Beziehungspersonen, vielleicht auch was ökonomisch darstellen, einen unterhalten, praktische Hilfe leisten.
00:05:45: Also ist dann auch jemand beim Umzug immer da, Erreichbarkeit.
00:05:48: Also es ist einfach wahnsinnig viel, was da sein soll.
00:05:52: Wer kann das eigentlich erfüllen?
00:05:53: Ist das noch ergebnisoffen?
00:05:55: Nee, eher nicht, sondern es ist eine sehr enges Bild.
00:05:59: Und dann ist eben auch die Frage, wie sehr überfordert man sich selber damit.
00:06:02: Andersrum ist es auch so, Beziehungen sind nicht dafür da, dass man sanft dahin segelt.
00:06:09: Das wäre auch so ein Missverständnis.
00:06:10: Also wir möchten ein gutes Leben führen oder sind auch ein bisschen dazu gezwungen in so neoliberalen Lebensverhältnissen.
00:06:17: Es muss irgendwie ganz gut performt sein und optimiert und dann ist die Liebe und die Beziehung so die Kirsche auf der Sahne torte.
00:06:26: Und das will dann irgendwie nicht funktionieren.
00:06:29: Weil Beziehungen sind eigentlich so der Katalysator zur Transformation.
00:06:33: Es sind die größten Träger, die man je erlebt hat.
00:06:36: Die sprechen immer genau das an, was man unüberwindbar findet.
00:06:41: Jede Beziehung hat immer im anderen etwas, was man unaushaltbar findet.
00:06:46: Und dann ist sozusagen, wenn man das dann vermeiden möchte, dann vermeidet man in Beziehung gehen.
00:06:51: Also es geht eigentlich um einen Ringen mit dem Leben, dem Sein und dem Selbst.
00:06:58: an einem anderen, der immer eine Unvereinbarkeit hat.
00:07:01: Es gibt immer ewige Probleme, die gibt es nicht zu lösen, sondern es gibt nur einen Umgang mit ihnen.
00:07:06: Und dann denken wir, es passt nicht, aber es ist eigentlich genau das, was wir brauchen, um weiterzukommen.
00:07:13: Und eine Sache, sag ich noch, ein anderer Aspekt ist, manchmal ist man auch in einem alten Muster und ist in einem Wiederholungszwang, nennen wir das.
00:07:20: Also man beweist sich am anderen zum Beispiel immer wieder die eigene Wertlosigkeit, weil man es als Kind erlebt hat, zum Beispiel.
00:07:27: Und dann hat es aber eine andere Qualität.
00:07:29: Dann sucht man sich immer wieder die Enttäuschung, die man beim Vater erlebt hat.
00:07:33: Oder man die Abwertung oder den Beweis, dass man sexuell nicht attraktiv ist oder dass man uninteressant ist.
00:07:40: Und ist dann in zum Beispiel eine Abwertungsspirale.
00:07:43: und das Interessante ist, es gibt immer einen, der abwertet, aber auch einen, der sich abwerten lässt.
00:07:49: Es ist immer sozialdynamisch.
00:07:50: Also wenn ihr euch immer wieder negativen Rollen erlebt, dann könnt ihr eigentlich nach innen gucken.
00:07:57: Und dieses nach innen gucken kann ja dann dafür sorgen, dass man aus dieser negativen Rolle irgendwann wieder rauskommt.
00:08:04: Wenn ihr euch verändert und wenn ihr auch eure Suchart verändert, kann sich vieles verändern.
00:08:08: Aber ihr müsst innen erst aufräumen, dann anders suchen.
00:08:10: Zum Beispiel wird auch oft aufgeregt halt oder also Nervösität als Liebe kodiert.
00:08:16: Aber oft ist es das Nervensystem, was Stress... signalisiert.
00:08:20: Also wenn ihr super euch super krass gestresst fühlt körperlich ist vielleicht nicht die beste Person das Leben zu teilen.
00:08:26: Vielleicht nicht.
00:08:27: Manchmal auch schon.
00:08:28: Man kann es auch nicht ausschließen.
00:08:30: Aber es sind wirklich diese verschiedenen Lagen.
00:08:32: Was für Ideen habe ich von Beziehung?
00:08:33: Wie will ich sie leben?
00:08:35: Wie ist meine Beziehung zu mir selber und wie bereit bin ich?
00:08:37: Habe ich alte Sachen auf, gearbeitet?
00:08:40: bin ich im Wiederholungszwang.
00:08:43: Also erste Sache, die ich mir auf jeden Fall auf die Fahne schreiben kann, wenn ich immer wieder in sehr ungesunde Beziehungen komme, könnte daran liegen, dass ich einen Wiederholungszwang habe und mir beweisen will, dass ich so wertlos bin, wie ich mich als Kind gefühlt habe.
00:08:56: Ja, unbewussten.
00:08:57: Ja.
00:08:59: Wie wird mir das denn klarer eigentlich?
00:09:01: Weil das Problem ist ja ganz häufig, was ich dann geschildert bekomme.
00:09:05: Ja, vielleicht ist es mir intellektuell schon bewusst so auf der kognitiven Ebene.
00:09:12: Aber, ah, ich fühle es nicht.
00:09:14: Ich fühle mich trotzdem total hingezogen dahin.
00:09:18: Und B ist das wirklich so?
00:09:20: Mein System wird doch schon erkennen, dass das Liebe ist.
00:09:25: Ja, dass das Liebe ist.
00:09:26: Das ist auch die Frage, was ist Liebe?
00:09:28: Ja gut, das klären wir gleich nochmal.
00:09:31: Oft wird Liebe auch so missbraucht, um allerlei Absurdes zu erklären und geradezu ziehen.
00:09:35: und eigentlich will die Liebe auch immer sehr viel, ist sehr normativ aufgeladen.
00:09:42: Ich denke manchmal... Lass uns das Konzept vielleicht mal ein bisschen hinten anstellen.
00:09:46: Viele Leute überdauern auch sehr viel unter dem Label von Liebe oder lassen sich allerlei bieten.
00:09:51: verharren in ungünstigen Situationen.
00:09:54: Und deswegen würde ich das so ein bisschen entkoppeln wollen.
00:09:57: Also Liebe kann man ja erleben.
00:09:58: Das heißt ja nicht, dass man zusammen sein muss.
00:10:00: Und man kann auch jemanden, in dem man total verliebt ist, super gut verlassen, weil er nicht gut vereinen ist.
00:10:04: Also wir sollten mal Liebe von der Handlung ein bisschen entkoppeln oder dann Liebe sehen als etwas, was ich praktiziere.
00:10:10: Ich kann mich auch entscheiden, mit jemandem Liebe zu praktizieren, ohne dass ich mich jetzt gerade leidenschaftlich hingezogen fühle.
00:10:18: Ja, und wie kann man das adressieren?
00:10:20: Also das Erste ist, man kann mal gucken, mache ich das vielleicht immer wieder.
00:10:23: So ist es auch bei paar Problemen.
00:10:25: Man fragt immer als Allererstes, sind sie eine Lügnerin oder lügen sie in dieser Beziehung?
00:10:31: Das macht ja einen riesen Unterschied.
00:10:32: Ja, ich habe immer die Tendenz hier, vielleicht eine Selbstwertthematik, ich habe schon immer ein bisschen gelogen.
00:10:36: Schon als Kind.
00:10:36: Ich kann mich genau daran erinnern, wie ich da schon angefangen habe zu lügen und wie unangenehm das war.
00:10:41: Oder ist das jemand, der sagt, ich erkenne mich gar nicht wieder.
00:10:44: Das ist ja das Wildeste.
00:10:45: Ich habe noch nie gelogen und plötzlich lügig.
00:10:47: Dann ist es beziehungsdynamisch.
00:10:49: Also zu gucken, bin ich das?
00:10:51: Und das ist ja auch nicht schlimm.
00:10:52: No shame, honey.
00:10:54: Bin ich das?
00:10:54: Oder ist es diese Dynamik?
00:10:56: Und wenn man sich selber auch gar nicht wieder erkennt beim Gegenüber, dann ist es nicht das Zeichen, dass das hier eine große Liebe ist.
00:11:04: Egal wie gestresst euer Körper ist oder gerade, weil euer Körper gestresst ist, nicht.
00:11:09: Ja, okay.
00:11:09: Gutes Merkmal.
00:11:11: In dem Moment, wo ich richtig in Stress gerade und nicht mehr die Person bin, die ich sonst bin, also eigentlich nicht mehr authentisch, kann das einen Anzeichen dafür sein, dass ich mich gerade nicht unbedingt in einer gesunden Beziehungsdynamik befinde.
00:11:24: Ja.
00:11:25: Oder da Reinschlitter.
00:11:26: Die eigene Geschichte kennen wir, zu wissen, bin ich da in dem Wiederholungszwang, den ich aus meiner Kindheit kenne und der ... Ja, auch auf homoneller Ebene extrem anziehend sein kann und dynamisch sein kann, dass Dopamin ausgeschüttet wird, als haben wollen, Hormon etc.
00:11:45: Wenn ich diese Erkenntnisse habe, wie schaffe ich es denn, eine gesündere Entscheidung für mich zu treffen?
00:11:51: Also eigentlich ganz einfach.
00:11:53: Okay.
00:11:53: Es
00:11:54: ist eigentlich ganz einfach.
00:11:55: Einfach nicht reizreaktiv handeln.
00:11:58: Also eure Impulse müssen nicht steuern, wer ihr seid.
00:12:01: Man kann sich eigentlich jeden Tag entscheiden, in seinem höheren Selbst zu handeln für sich und für andere.
00:12:06: Und dann ist das für manche anstrengender, für manche weniger anstrengend.
00:12:10: Aber ganz oft, auch wenn wir Pathologien haben, sagen Leute, ich weiß, was mir eigentlich gut tun würde, aber ich handle nicht danach.
00:12:16: Und vielleicht, wenn ihr jetzt zuhört, könnt ihr auch mal kurz überlegen.
00:12:20: Gibt es nicht Dinge, von denen ihr wüsstet, die jetzt gut für euch wären oder für eure Beziehung, die ihr nicht macht?
00:12:25: Da fallen sehr vielen Leuten sehr viele Dinge ein.
00:12:28: Man weiß eigentlich, wie es besser gehen würde, wie man für sich einstehen könnte.
00:12:32: Vielleicht auch, wo man zu viel für sich einsteht und jemanden unterjocht oder in einer schlechten Rolle hält.
00:12:39: Und dann versuchen, mehr Kongruenz herzustellen.
00:12:41: Also mehr danach handeln, was man schon weiß, was gut ist.
00:12:45: Mehr in Kontakt mit der Intuition.
00:12:47: Also viel Leid entsteht durch die Entkopplung von Intuition, Körperwissen, Verbundenheit.
00:12:53: Manchmal Langsamkeit, kann aber auch Schnelligkeit sein.
00:12:55: Und stattdessen sind Überlagern Narrative, sowas wie, ich werde in Existenznot geraten, dann werde ich untergehen, ich will aber als schön reflektiert werden und dann mal gucken, mit eigentlich mehr ins Gefühl kommen und danach handeln, was man weiß, was gut wäre.
00:13:16: Und da mache ich auch immer wieder die Erfahrung, dass das Gefühl oder die Intuition, weil manchen so verdeckt ist, weil sie so überangepasst gelebt haben oder manchmal auch überautonom.
00:13:27: dass sie gar nicht so einen richtigen Zugang zu ihrer Intuition haben und da zu diesem Kerngefühl kommen müssen.
00:13:34: Ich kann es von mir sagen, bei mir war ganz lange so meine Verletzlichkeit.
00:13:38: Ich würde sagen, ist es in Teilen auch immer noch so, überdeckt eigentlich mit Wut.
00:13:42: Also, dass sobald das gekommen ist, wurde ich eigentlich innerlich wütend.
00:13:47: Und äußerlich auch manchmal.
00:13:49: Und ich glaube, das haben viele und dann fällt es ... Mir schwer, oder ist es mir in der Vergangenheit auch schwer gefallen, wirklich in Kontakt zu meinem Inneren zu kommen.
00:13:59: Also, daran habe ich lange gearbeitet, aber was würdest du sagen, sind da so Schritte, dass man weiß, man kann sich auf seine Intuition irgendwann verlassen.
00:14:08: Ja, das wäre so körpertherapeutisches Arbeiten mit sich selber.
00:14:12: Also, das fängt ja auch schon alleine mit Lust.
00:14:15: Weiß ich eigentlich, was mir Spaß macht.
00:14:17: Mach ich das auch ein bisschen.
00:14:19: Also jetzt auch Eltern z.B.
00:14:20: verlieren sehr oft total die Verbindung zu, was Lust macht.
00:14:23: Und sexuelle Probleme sind daran oft gekoppelt.
00:14:26: Also genieße ich eigentlich irgendwas, weiß ich, was ich genieße, kann ich davon mehr machen, kann ich mir eigentlich auch mal rausnehmen, nachzudenken.
00:14:34: Also jemand möchte, dass ich samstags mitkomme, traue ich mich wenigstens zu sagen, ich sag's dir morgen, und dann hab ich schon mal Zeit gewonnen.
00:14:42: Und dann ... Körperübungen helfen eben auch ganz konkret, also sich klopfen, sich selber streicheln, langsam duschen, sich einkremen, einen Stressball nehmen, liebevoll mit sich reden oder auch Imaginationsreisen machen.
00:15:01: Also man sagt dann, ich sage dir erst morgen, ob ich Samstag komme, okay, okay, dann geht man nach Hause und überlegt sich.
00:15:07: Wie läuft die Woche weiter?
00:15:09: Es ist Samstagabend, siebzehn, dreißig.
00:15:11: Ich müsste jetzt duschen, föhnen, mich schminken und ich gehe gleich los.
00:15:18: Was kommt dann, kommt dann ein Jahrgefühl aufgeregt?
00:15:22: Spannend, was wird passieren?
00:15:23: Ich habe Lust in eurer Nähe zu sein auf der Party oder so?
00:15:26: Oder kommt dann Erschöpfung?
00:15:29: genervt sein oder auch andersrum.
00:15:31: Wie würdest dir gehen, wenn du Samstag gehst, was würde dein selbst in zehn Jahren darüber denken?
00:15:36: Gut genutzt oder nein, du wolltest deinen Businessplan weitermachen?
00:15:40: Ja, ja.
00:15:40: Nur essen die zwei Wege.
00:15:41: Und so kommt man dem schon näher.
00:15:43: und dann ohne diesen Stress und mit diesen Imaginationsreises hilft auch bei vielen Sachen.
00:15:47: Möchte dich ein Kind, macht mal so eine Reise.
00:15:49: Ihr sitzt mit fünfzig in Portugal am Strand und ihr habt euch dagegen entschieden.
00:15:53: Wie fühlt sich das an?
00:15:55: Und da oft ist es dann recht einfach.
00:15:56: Dann sagen Leute auch in therapeutischen Settings oft, das ist mir total klar, ich will es doch.
00:16:01: Oder ich nehme die zwanzig Jahre Würde auf meinen Puckel, weil man sagt, die Forschung zeigt häufig, dass Menschen in der Beziehung mit Kindern, während sie Kinder betreuen, eher tendenziell überbelastet sind und ein bisschen unglücklicher sind.
00:16:18: Aber aus der Retrospective... dieses Glück wieder empfinden, weil sie ganz viel mit Sinn aufgeladen waren.
00:16:24: Genau, das ist die Unterscheidung.
00:16:25: Glück minus, Sinn erleben plus.
00:16:28: Ja, das stimmt.
00:16:30: Ganz das auch bei Pan so.
00:16:32: Lebenszufriedenheit und Paarbeziehungszufriedenheit stürzt ab, wenn man ein Kind bekommt und ist erst nach sechs bis sieben Jahren wieder auf dem Normal von Pan, die keine Kinder haben und keine wollen.
00:16:43: Das ist so.
00:16:44: Krass.
00:16:45: Aber Sinn erleben nimmt total zu.
00:16:48: Also manchmal gibt es so Social-Media-Posts, wie schlimm ist das Kinder zu kriegen.
00:16:52: Dann wird immer dieses Statistik rangezogen, fehlt immer der zweite Graf mit dem Sinn erleben.
00:16:57: Ganz, ganz wichtiger Part.
00:16:59: Noch mal zur Intuition zurück.
00:17:00: Ich hatte letztens eine recht große private Entscheidung zu treffen, die aber auch mit Geld verbunden war.
00:17:05: Und Geld, was ich normalerweise in dem Ausmaß nicht für mich selber ausgebe.
00:17:10: Was sehr ähnlich ist.
00:17:11: Hat was mit Wasser zu tun und genau, ein Grundstück am Wasser, was ich mir schon ganz lange gewünscht habe.
00:17:17: Ich wollte jetzt gar nicht in einer Anforderung provozieren.
00:17:21: Aber da ich es nicht gewohnt bin, viel Geld auszugeben, für so was, für so eine krasse Sache, war ich so innerlich hin und hergerissen und ein Teil mir hat sich das immer wieder schlecht geredet und so und dann wusste ich nicht, ob ich das machen soll.
00:17:34: Dann habe ich für einen kurzen Moment angehalten und gesagt, wenn ich jetzt nochmal ganz tief imit mich reinhorche, was ist das erste, was kommt, ein Ja oder ein Nein?
00:17:41: So zu meiner Intuition.
00:17:44: Dann war so ein ganz klares Ja da.
00:17:45: Und dann habe ich nach dieser Intuition die Entscheidung getroffen und bisher nicht bereut.
00:17:50: Es war auch kein Grübeln mehr danach, so dieses Zurückfallen, war es jetzt wirklich richtig, das kennt man ja auch, oder hätte ich es doch anders machen sollen, sondern in dem Moment, wo ich mich mit der Intuition verbunden habe von mir, war es so eine noch viel tiefer klare Entscheidung.
00:18:06: Ja, und das ist doch super schön.
00:18:08: Und wenn es anders gewesen wäre, man trifft eine Entscheidung und sie fühlt sich dann doch nicht gut an, auch nicht schlimm.
00:18:14: Weil das Leben ist vorwärtsscheitern.
00:18:16: Man darf sich nur dann nicht verpflichten, dann drehe ich eben um.
00:18:20: Man ist nie den Weg zu weit gegangen, um umzudrehen.
00:18:22: Auch bei Beziehung ist das ein Problem.
00:18:24: Viele sagen, wenn ich jetzt aufs zehnte Date gehe oder weiß ich nicht, was man dann denkt, wenn wir zusammengezogen sind oder jetzt haben wir schon vier Jahre Kinderwunschbehandlung, wir müssen zusammenbleiben, nein.
00:18:33: Jeden Tag ist es lohnt es sich, den Weg zurückzugehen, wenn es falsch ist.
00:18:38: Also und was ihr gestern entschieden habt, gilt nicht mehr heute.
00:18:41: Jeden Tag, also das finde ich eigentlich so eine schöne Entscheidungsfreiheit, Trennung muss immer eine Option sein, sagt Nele Seherd.
00:18:47: Und das finde ich richtig.
00:18:48: Also ich finde die Idee schön, sich jeden Tag neu dazu zu entscheiden, auch zu einem Date.
00:18:52: Jeden Tag überlegen, freue ich mich, ist das jetzt grad schön, ist das zielführend, ohne die St.
00:18:58: Kost.
00:18:58: Also das ist dieses, jetzt hab ich ja schon elf Dates gemacht und beim Sex mich einen Handstand gestellt, jetzt muss ich halt auch ja sagen, wenn er mir einen Heiratsantrag macht, nö.
00:19:07: geht die Wege zurück.
00:19:09: Nichts, was ihr gestern gemacht habt, verpflichtet zu morgen.
00:19:13: Und jeden Tag müssen zwei oder so viele Leute wieder dabei beteiligt sind, einwilligen das noch eine Weile weiterzumachen, die schwebende Trennung.
00:19:20: Die Tagesbeziehung.
00:19:22: Manche sagen, das wäre dann so ein Non-Komittel, aber das meine ich nicht.
00:19:25: Ich meine nicht Unverbundenheit, die terrorisiert, sondern Freiheit zum Jahr.
00:19:30: Ja.
00:19:31: Okay, ich verstehe die eine Seite, die Freiheit zum Jahr.
00:19:33: Und die andere Seite, die sagt, ich entscheide mich jeden Tag neu für dich.
00:19:37: Und wenn es mir jetzt gerade nicht passt, dann sind wir nicht mehr zusammen.
00:19:39: Aber
00:19:39: beim Dating ist das auch okay.
00:19:41: Beim Dating ist das auch okay.
00:19:43: Ja, da finde ich auch immer so ein bisschen, wenn der eine Hinterrück so ... ... so zwei und drei parallel Dates hat und der andere so voll committed ist, ist auch nicht so ganz fair.
00:19:50: Ihr solltet das abstimmen.
00:19:52: Es gibt doch jetzt eine neue Dating-App.
00:19:53: Da kann man immer nur mit einer Person schreiben.
00:19:55: Die anderen sind dann zwei Wochen geblockt.
00:19:56: Ja?
00:19:57: Aha.
00:19:58: Ich weiß nicht, wie die heißt.
00:19:59: Ich auch nicht.
00:19:59: Aber eigentlich eine gute Idee, ne?
00:20:01: Vielleicht eine gute Idee, aber das Schade ist es, dass man es dann institutionalisieren musste.
00:20:05: Was ist mit Selbstermächtigung?
00:20:07: Man könnte auch sagen, hey, sollen wir uns daten?
00:20:09: und das Spannendste wäre doch, wir meinen es ernst.
00:20:12: Weil das, es gibt nichts Spannenderes als unverblattes Leben zu leben.
00:20:17: Unbetrunken mit dem Risiko, dass man jetzt Zeit verschwendet, in der Beziehung zu gehen.
00:20:23: Ja, stimmt, das ist eine spannende Reise.
00:20:26: Aber da muss ich auch erst mal reinkommen.
00:20:27: Und wir waren gerade bei dem Punkt, wo du gesagt hast, man kann sich immer selber entscheiden und auch mal aus einer anderen, vielleicht auch rationaleren Perspektive raufgucken und sagen, was wäre denn die richtige Entscheidung?
00:20:41: Und da höre ich dann immer wieder, dass die Leute sagen, ja, aber es fühlt sich dann in dem Moment häufig nicht richtig an, weil das alte irgendwie sich viel rauschartiger angefühlt hat, irgendwie in eine Beziehung mit jemandem zu gehen, wo ich weiß jetzt in irgendeiner Weise ungesund für mich, nicht bindungsfähig,
00:20:56: etc.,
00:20:57: fühlt sich irgendwie geil an.
00:20:58: Und irgendwie fühle ich mich von so einem Typen, ich höre es öfter von Frauen, die sagen, ich fühle mich von so einem Typen angezogen.
00:21:04: Und ich würde sagen, das fördert auf beiden Seiten so diese Dynamik einmal.
00:21:08: von Männern, die dann in ihrem Bild oder in ihrem Sein bestärkt werden, so zu sein, weil sie ja Erfolg haben, zumindest auf der kurzfristigen Date-Ebene.
00:21:17: Und es verfestigt ja auch bei manchen Frauen, die sagen, ich gehe dem Dating nach, dieses Dating-Muster.
00:21:23: Und wie kann ich denn, wenn ich sage, ich weiß es und ich weiß, dass ich eigentlich eine vernünftige Entscheidung treffen sollte, wirklich nochmal verfestigen, dass ich nicht auf mein ne alte Lust höre?
00:21:35: Ja, also für mich hört sich das ein bisschen nach jemandem an, der gerne noch eine Runde drehen möchte.
00:21:39: Ja.
00:21:40: Irgendwann ist man es halt leid.
00:21:41: Also es gibt ja auch keinen Sollte, es gibt jetzt keine Norm.
00:21:45: Man kann nach solchen Beziehungen suchen oder man kann auch sagen, ich will den Rausch noch einmal mitnehmen.
00:21:49: Das ist ja auch eine coole Achterbahn.
00:21:51: Leute machen alles Mögliche, um Dopaminkicks zu bekommen.
00:21:54: Auch schlimmere Sachen als ungesunde Liebesbeziehung.
00:21:57: Kann man sich ja noch ein bisschen quälen.
00:21:59: Also Liebe kann ja auch Leid sein und Leben auch.
00:22:01: Fühlt man sich mal richtig.
00:22:02: Aber ihr seid auch frei, das zu ändern, wenn ihr dann soweit seid.
00:22:07: Was sind so ein paar Grundbausteine, um das wirklich auch nachhaltig zu ändern, dass ich nachhaltig für mich es schaffe?
00:22:13: in eine richtig gesunde Beziehung zu kommen.
00:22:17: Und wie verändert sich die Suche dann vor allem auch?
00:22:19: Also Beziehung ist halt erstmal auch Arbeit, auch von der suchenden Person.
00:22:23: Bei mir klingeln ein bisschen so die Opfer-Nerativ-Ohren langsam.
00:22:28: Wie wär's denn mal mit, ich genieße meiner toxischen Beziehung, ich lass mich hier richtig durch den Schlamm ziehen und hab den Best Sex meines Lebens und ich weiß auf Dauer nicht.
00:22:36: Aber der Tag wird kommen und ich vertraue mir es irgendwann anders zu machen.
00:22:39: Enjoy.
00:22:40: Also wir haben da keine Moral.
00:22:42: Aber dieses, ich kann's ja gar nicht ändern, aber mach es immer wieder.
00:22:45: Manche sagen ja, wenn ihr wissen wollt, was ihr wirklich wollt, dann guckt halt, was ihr tut.
00:22:51: Und nicht, was ihr denkt.
00:22:52: Aua.
00:22:53: Ne?
00:22:53: Tue ich vielleicht genau, was ich will.
00:22:56: Hm.
00:22:57: Dann könnte man nochmal das Narrativ sich angucken.
00:23:00: Und wenn ihr dann wirklich bereit seid, auf der Handlungsebene was zu ändern, dann seid einfach gewiss, es wird was kosten.
00:23:06: Nichts, was umsonst.
00:23:08: Gut, dann ist vielleicht ein bisschen langweiliger, ein bisschen anstrengender.
00:23:10: Man muss ein bisschen weniger reizreaktiv sein.
00:23:12: Der Sex ist nicht ganz so dramatmäßig.
00:23:16: Oder Schmerz-Drama-Körper-Trigger.
00:23:18: Aber vielleicht was anderes.
00:23:20: Und Gewohnheiten entstehen durch Wiederholung.
00:23:23: Also das sind immer wieder Mikroprozesse, wie sich Handy-Sucht abtrainieren.
00:23:27: Ich muss mich halt ständig dazu durchringen, das Handy jetzt nicht auf den Tisch zu legen.
00:23:31: Ständig.
00:23:33: Aber irgendwann wird das normal.
00:23:35: Leicht ist das nicht.
00:23:36: Also es gibt auch nicht so ein Versprochen.
00:23:37: Sprechen, weder Beziehung geht einfach oder Beziehungsmuster verändern geht einfach.
00:23:42: Oder es gibt auch keine Wunderformel und ein Knopf.
00:23:47: Es ist eher, es ist wirklich mühselig, aber es finde ich auch reizvoll.
00:23:53: Ja, vielleicht ist es auch einfach genussvoll, sich so als hilflos ergeben zu erleben, uns immer wieder sich zu nehmen und zu gönnen.
00:24:02: Und dabei zu sagen, ich will es ja gar nicht, weil von außen kommt vielleicht auch so was wie, wieso tust du dir das immer an?
00:24:07: Ich kann da gar nichts machen.
00:24:12: Ja, würdest du sagen, das hat eine Grenze?
00:24:16: Das, was du gerade erzählt hast, weil es gibt ja die eine Seite, ich bewege mich in eine toxische Beziehung oder die ist vielleicht nicht ganz so gesund für mich.
00:24:26: Und dann geht es noch mal ein bisschen weiter in der Skala, wenn sich jemand missbräuchliche Beziehungen sucht, vielleicht sogar bis in Prostitutionen, die nicht ganz freiwillig gewählt ist, weil auch da ein bestimmtes Drama manchmal aus der Kindheit wieder erlebt wird oder wieder durchlebt wird.
00:24:44: Wo hat es denn seine Grenzen, was du gerade gesagt hast?
00:24:46: Ja, ich finde das so wichtig, dass du das jetzt gesagt hast und es ist auch wirklich eine gute Nuance, die ich jetzt ein bisschen an die Seite gesetzt hatte, weil wir sehen als Massenphänomen sexually coercive behavior.
00:24:57: Also ganz viel von Gewalt hat sich unter feministischen und emanzipatorischen Narrativen ins Implizite verlagert.
00:25:07: Also es gibt einen Diskurs, der bestimmt, was wir für Ideen von Beziehung und Sexualität haben und der ist zum Beispiel dominiert von Pornos Kripten.
00:25:15: Nicht nur in Pornos, sondern auch bei Social Media und den Medien allgemein.
00:25:20: Und da sehen wir einfach eine Reizsteigerung.
00:25:22: Also, damit man was fühlt, muss es immer krasser werden.
00:25:24: Weil keiner mal so richtig was fühlt.
00:25:26: Muss es immer weiter rauf auf die zwölf.
00:25:28: Es wird halt auch immer heftiger, mehr Rough Sex, mehr King.
00:25:32: Also ihr kennt es vielleicht auch hier in Berlin.
00:25:33: Es muss halt immer wilder und wilder werden, sonst ist es nichts.
00:25:37: Und das sehen wir eben, dass das dann normalisiert wird.
00:25:39: Also man denkt dann, das sind legitime Erwartungen.
00:25:43: Also es muss schon drin sein, bisschen würgen, schlagen und erst anal und dann einblasen.
00:25:47: Das ist ein normales Skript, was vielleicht früher ein heftiger Kind gewesen wäre.
00:25:52: Und da sehen wir eben... dass sich Menschen, und das geht jetzt auch nicht nur heftigen Sex-Praktiken, aber da ist es einfach so krass, dass da sieht man, wie selbstverletzend das auch sein kann, wie viel Gewalt dann implizit verläuft.
00:26:02: Implizit heißt, man währt sich gar nicht, sondern denkt, das ist legitim zu fragen, also mache ich es, obwohl ich es nicht will.
00:26:08: Es ist für mich nicht lustbetont, aber ich denke, das ist normal und erwartbar und ich bin komisch, wenn ich es nicht mag.
00:26:14: Das gibt es auch im Liberalisierungsdiskurs, also sexuell verfügbar sein, für Beziehung verfügbar sein.
00:26:20: Und dann hat das eine ganz andere Note, nämlich der und dann ist es manchmal selbstschädigend, dann ist es auch Komorbide mit bestimmten Persönlichkeitstendenzen und auch Komorbide mit Trauma.
00:26:34: Und dann ist dieser ganze kokettierende Aspekt, den ich gerade angeboten habe.
00:26:41: überhaupt nicht gültig.
00:26:42: Also hört auch ein bisschen zuguckt, was risoniert, weil alles kann stimmen und risonieren und manchmal bei euch in der Nuance gar nicht und dann nur vielleicht risoniert mit euch.
00:26:51: jetzt, oh mein Gott, ich bin implizit selbst unterworfen und tu mir richtig weh, dann ist das ganze Cookette jetzt zu vergessen und mit einer ganz großen Ernsthaftigkeit hinzugucken, habe ich, erlebe ich, explizite oder implizite Gewalt, fühle ich mich in der Lage, mich zu ermächtigen, habe ich schon Komorbiditäten, geht es mir auf anderen Ebenen vielleicht nicht gut und dann das mit einer ganz großen Beutsamkeit angucken und sich anfangen zu ermächtigen oder sich Hilfe holen.
00:27:21: Weil das sehen wir wirklich und das auch im Queer-Milieu und auch Männer haben Sex, den sie nicht wollen und auf eine Art, wie sie den nicht wollen.
00:27:30: Aber gerade hittermänner haben ein größeres Spielraum an, guten Strategien damit umzugehen.
00:27:35: Die sagen dann so was wie, ja, ich hatte voll üblen Sex und ich hab hundert Frauen gefügelt und irgendwie hab ich mich leer gefühlt, jetzt ändere ich das.
00:27:43: Bei Flinterpersonen, also Frauen und Queerenpersonen, die aufnehmend sind, ist das Narrativ eher so stickmar behaftet, ich geh, you cannot answer dick, es ist jetzt passiert, ich bin entwertet, ich werd vielleicht auch abgewertet, ich muss eigentlich umziehen, mein Ruf ist ruiniert, ich fühl mich wertlos, bin jetzt nicht mehr ... Heiratsmaterial ist auch interessant.
00:28:04: Wir haben zum Beispiel gefragt, diese Doppelmoral auch im Diskurs, die wird an einer ganz konkreten Situation deutlich.
00:28:10: Wir haben gefragt, wie viele Sexpartner dürfen ruhig Frauen haben?
00:28:13: Dann sagen alle, so viele wie sie wollen, alle sind frei.
00:28:16: Und dann haben wir gefragt, und wenn du sie heiraten sollst, fünf.
00:28:20: Ja.
00:28:22: Und das ist die Doppelmoral.
00:28:23: Es wird erzählt, jung sein und ist cool, wenn ihr sexuell befreit handelt und befreit ist nicht.
00:28:30: Open End, also es ist nicht frei, sondern befreit.
00:28:33: halt Sex machen.
00:28:35: Sich ausleben, exotisch sein.
00:28:37: Dogma der Lust und der Exotik gilt, es ist nicht frei.
00:28:40: Es kommt aber unter dem Label Freiheit, deswegen ist es sehr verwirrend.
00:28:44: Wir bekommen sehr viele Zuwendungen von Leuten, die sagen, wir haben einen weirden Sex, den wir hassen, aber irgendwie kommen wir da nicht raus.
00:28:49: Ich weiß gar nicht mehr, was ich will.
00:28:51: Oder gehe auch Beziehungen ein, die ich so gar nicht will, fühl mich entfremdet.
00:28:55: sehr viel, sehr krasse Szenen, weiß ja nicht, ob der Podcast das verträgt.
00:28:58: Also wirklich heftige Szenen, wo Leute dann auch schreiben, auch bei Reddit zum Beispiel, beschreiben eigentlich eine full blown Rape, also eine krasse Vergewaltigungsgeschichte und am Ende schreiben die darunter, was würdet ihr sagen, was soll ich in meiner nächsten SMS dieser Person schreiben?
00:29:14: oder wie sollen wir jetzt weiterdaten und solch ihn anrufen?
00:29:17: Also so eine totale Verunsicherung, das auch zu bewerten.
00:29:22: Und dann müssen wir ernsthaft dahin
00:29:24: gucken.
00:29:25: Und das würdest du sagen, hat viel eigentlich damit zu tun, dass es eine Person ist, die traumatisiert ist?
00:29:32: Ja, tatsächlich, diese Roughsex-Studie zeigt eigentlich, dass das auch normale, in Anführungsstrichen, also durchschnittliche, natürliches Sample, Bevölkerungsgruppen trifft.
00:29:43: Also ich würde sagen, wenn wir diese Beschreibung der impliziten Gewalt, jemand mir erklären sagt, fast jede Frau, ich habe das auch gemacht, und auch du.
00:29:52: hat es bestimmt schon viel Sex und auf einer Art Sex, wo du so denkst, es war ja auch voll unnötig.
00:29:57: Oder auch, es war wirklich nicht
00:29:59: schön.
00:30:00: Ich kann für mich sagen, dass ich irgendwann entschieden hab in meinem Leben, dass ich auf jeden Fall, ne, und das ist so die Pornodisco so, ne, keine Pornos mehr gucke.
00:30:07: Das ist auch sehr oft, dass Leute sagen, ich hab das mal weggelassen und irgendwie ist das geiler geworden.
00:30:12: Ja, vor allem finde ich, also für mich persönlich, veränderts eine Perspektive.
00:30:17: Also ... Klar gibt's Pornos in verschiedener Couleur und in verschiedener Produktionsart.
00:30:24: Aber die meisten Pornos sind, die auf dem Markt sind, sind ja schon, ja, ich würde es so eigentlich recht derben.
00:30:30: Und dadurch, wie unser Gehirn funktioniert, steigen wir auf einem bestimmten Level meistens ein und dann wird es ein bisschen krasser, ein bisschen krasser.
00:30:37: Und ich habe einfach für mich gemerkt, ich habe da von diesem äußeren Einfluss gar keinen Bock mehr, das in mich reinfließen zu lassen.
00:30:47: Am Ende tut's mir nur gut.
00:30:48: Wenn man halt diese Reizgewöhnung, es muss dann immer verrückbar werden.
00:30:52: Dopaminkig, Dopaminkig und das sinnliche was ist.
00:30:55: Also es ist jetzt auch nicht so, wir sind ja gegen gar nichts.
00:30:59: Half of it.
00:31:00: Alles, man kann ja alles machen, es hat keine Moral, aber viele genießen es eben nicht mehr oder genießen es nicht.
00:31:07: Und das Krasse ist einfach, dass das unter diesen eigentlich positiven Werten verkauft wird, unter radikalem Humanismus, unter befreihung kritischer Theorie, Freiheit, Emanzipation.
00:31:19: Da sehen wir auch bei den Onlyfans-Diskursen.
00:31:21: Sexarbeiterin sein ist jetzt irgendwie cool, Luxus und Elite.
00:31:26: Die schmeißen dann auf Instagram mit ihrem Geld um sich, sind auch wunderschön, machen Comedy.
00:31:30: Das ist Mainstream geworden.
00:31:32: Es gibt ja sogar Merchandise Linien, da steht drauf, I got late, but at least I got paid, haben meine Studis an.
00:31:38: Wir sitzen nie mit in der Uni und es ist auch kein Sexarbeiterinnen-Shaming.
00:31:42: Wir machen sehr viel Therapie mit Sexarbeiterinnen, die können zu uns kommen.
00:31:45: Wir sind absolut positiv.
00:31:47: Aber es Interessant ist einfach, dass es ein feministischer Mainstream geworden ist, Sexarbeiterinnen zu sein.
00:31:53: Jungs folgen Fußballstars, Mädels folgen Sexarbeiterinnen.
00:31:57: Und das wird so gemainstreamt.
00:31:58: und dann ist auch eine männliche Abwertung mitbringen.
00:32:00: Wenn dann zum Beispiel so gesagt wird, bei dem Sex, den man mit Männern haben kann, dann nehme ich wenigstens Geld.
00:32:05: Das ist natürlich auch für die Männer krass.
00:32:07: Umsonst würde ich das mir nicht mehr geben.
00:32:09: Das sind so die Narrative, die da verbreitet werden.
00:32:12: Und dann auch wieder das zu sich neben der Kontrolle, dadurch, dass ich Geld nehme.
00:32:18: Ja, bevor mich andere verkaufen, verkaufe ich mich selber und auch so ein bisschen, wie soll man denn in dieser Ökonomie noch überleben?
00:32:25: Und wenn ich es schon machen muss, dann mache ich es wenigstens aus.
00:32:28: Überhöhtenhaltung.
00:32:29: Und ich sage auch nicht, es ist nicht immer.
00:32:31: Also, manche haben das authentisch so, sind total gesund und können damit gut umgehen.
00:32:36: Aber dieses Mainstreamte ist was, wo man mal ein Fragezeichen dran setzen muss.
00:32:39: Ist es dann wirklich Feminismus?
00:32:43: Und in welche Narrative verbreiten sich?
00:32:45: in welches Verständnis?
00:32:46: Okay, kein wirklicher Feminismus, weil?
00:32:49: Naja, weil man sein Körper anbietet für Geld.
00:32:52: Manche sagen, wenn man arbeiten geht, nein, zu five verkauft man auch seinen Körper und ist noch
00:32:56: gewohnt.
00:32:56: Fußball-Profi kann man auch sagen, verkauft seinen Körper.
00:32:58: Guckt immer an nach so einer Karriere.
00:33:00: Das sind die Narrative.
00:33:02: Man kann ja auch nichts ... Es gibt keine Antwort darauf.
00:33:05: Ist es feministisch oder nicht?
00:33:07: Es ist eine feministische Strategie.
00:33:09: Aber die Frauen, die sich daran orientieren, handeln die immer feministisch.
00:33:14: Zum Beispiel stehen für sich ein.
00:33:15: Ich glaube nicht.
00:33:16: Sondern in der Masse kann es zumindest im Einzelsohn entscheiden, sich immer im Einzelfall.
00:33:21: Es kann eine coole und selbstermächtigende Nuance haben, aber es könnte auch was Selbstunterwerfenes haben.
00:33:27: Das
00:33:27: ist die Frage.
00:33:27: Und der Definitivist Feminismus stülpt sich darüber.
00:33:30: Ja.
00:33:31: Aus meiner Erfahrung, ne, ich habe relativ viele Gespräche schon mit Sexarbeitern geführt, durch Podcast, die ich gemacht habe, durch Interviews, die ich geführt habe.
00:33:41: A, habe ich bisher keine erlebt, also, ne, und das ist meine persönliche Erfahrung, die nicht in irgendeiner Weise ... Erlebnis in ihrer Kindheit hatte, die, würde ich sagen, von der Stärke waren aus der Erzählung, dass sie traumatisierend wirken hätten können.
00:33:56: Und für mich war das dann eher, wow, du bist in den Muster eingestiegen, was du schon eigentlich kennst.
00:34:03: Und gleichzeitig habe ich mich immer gefragt, gibt es auch, und das gibt es ziemlich sicher, Leute, die das in absoluter Klarheit machen und absolut bei sich sind.
00:34:13: Ich frage mich immer, geht das beides geht?
00:34:15: Das Sexarbeit?
00:34:17: In absolutem Kontakt zu sich selber und aus vielleicht nächsten Liebungen, vielleicht auch ein bisschen wirtschaftlichen Interesse, ohne eine Geschichte zu haben, die einen dahin leitet.
00:34:26: Hast du das in deiner Arbeit schon oft erlebt?
00:34:29: Also, ich glaube, das können wir gar nicht beantworten, aber was wir beantworten können ist, wir leben in einem Wirtschaftssystem, was menschenfeindlich ist und in irgendwelchen Ausprägungen zu absurden Lebensweisen führt.
00:34:41: Gäbe es gar kein Geld, weiß ich nicht, ob jemand Sexarbeit anbieten würde.
00:34:44: Also die Arbeit an sich ist ja schon eine Unterjochung der menschlichen Würde.
00:34:48: Also Geld an Häufen für andere Menschen Reichtum ist an sich ja ausbeuterisch.
00:34:53: Unser System ist in sich ausbeuterisch und Sexarbeit ist einfach was, was moralisch dann aufgeladen wird und mit dem Finger drauf gezahlt.
00:34:59: Aber der, der nine to five arbeitet und depressiv ist und kaum Miete bezahlen kann, da haben die Sexarbeiterinnen ja auch recht in dem Punkt, hat sich ja auch fertig gemacht für was.
00:35:10: Also, das ist eine Nuance in einem kranken System, wo man gerne drauf zeigt.
00:35:14: Aber ich glaube, wenn wir nicht den Druck und die Verzweiflung generell hätten bei allen Menschen, da irgendwie klarzukommen in einem menschenfeindlichen System, dann wird es das nicht geben.
00:35:25: Dann wird es ja auch keine Machtdominanz geben und inherente Kompetitivität, ständige Vergleiche und so.
00:35:32: Das ist eine Facette der Menschenfeindlichkeit.
00:35:36: Und ein rettender Anker aus der Menschenfeindlichkeit könnte die gesunde Paarbeziehung sein.
00:35:41: Könnte sein.
00:35:42: Praktizierter Humanismus, ne?
00:35:44: Also zumindest für dich und für mich möchte ich heute positiv wirksam sein.
00:35:50: Wenn du mal in die Perspektive gehst von der Frau von einem Mann, die einen gesunden Partner sucht, der wirklich bindungsfähig ist, wo nach Hürde zu gucken.
00:36:02: Ich würde erst mal sagen, Verhalten ernst nehmen.
00:36:06: Ich finde alles nur interessant auf der Handlungsebene.
00:36:09: Nicht so sehr, was erzählt wird.
00:36:10: Ja, es kann so überzeugend sein oder charmant, witzig und so.
00:36:13: Ich würde das immer trennen.
00:36:15: Was jemand sagt, ich würde immer gucken, wie handelt die Person.
00:36:20: Und ja, das würde ich mir ganz genau angucken und dann gucken, was macht's mit mir, werde ich hier gut behandelt, ist das konsistent.
00:36:30: Also ich bin immer so mit der Bindung ein bisschen, habe ich es manchmal so ein bisschen schwierig.
00:36:34: Ja, wieso?
00:36:36: Ja, also die Überbetonung der Bindungstheorie auch der Beziehung zur Mutter, also Kehrperson, wäre so ein bisschen besser gefasst.
00:36:42: Aber ist da eine stabile Beziehungsperson, das sozusagen im Diskurs ein bisschen ein Problem und man kann auch... eine Bindungsstörung in Anführungsstrichen haben und sich entscheiden, sehr zuverlässiger, committeter Mensch zu werden.
00:36:56: Deswegen, und so labels die...
00:36:59: Also du hast eine blöde Beziehung zu deiner Mutter gehabt oder eine missbräuchliche Beziehung oder deine Parentifizierung heißt, dass du deine schlimme Beziehung zu Frauen führst, das ist nicht so ein eins zu eins Gesetz.
00:37:09: Nein, also wir sagen eigentlich so spätestens ab siebenzwanzig.
00:37:14: Machen wir sozusagen Haken ran, okay war schlimm in Nuancen.
00:37:18: Und jetzt musst du das trotzdem verantworten, weil die anderen sind auch nicht verantwortlich für sozusagen dein Werden oder geworden sein und du hast jederzeit die Möglichkeit daraus noch das Beste zumindest für dich zu machen.
00:37:32: Warum, siebenundzwanzig?
00:37:34: Ja, das ist so was Entwicklungsprozessmäßiges im Gerieren.
00:37:37: So sagen wir immer, so bis siebenzwanzig kann man noch mal so sagen, na gut, jetzt noch eine Entwicklungssache.
00:37:42: Aber so pinn mein Daumen und mir ein
00:37:44: Auge zwingen kann.
00:37:44: Präfrontal Cortex ausgereist dann, spätestens dann.
00:37:47: Also
00:37:47: wenn ihr über sieben zwanzig dated müsst ihr sagen, Handlungsebene, ja vielleicht fühlt die Person ein bisschen Bindungsambivalenz, das heißt nicht, dass sie euch nicht schreiben muss, wenn sie absagt.
00:37:57: Das ist total, das finde ich, könnte man mal so weg von allen Diagnosen und guten Erklärungen.
00:38:02: Man hat immer sehr viele gute Gründe, sich schlecht zu verhalten.
00:38:07: Und nur auf Handlungsebene bewerten und die Leute ernst nehmen dem, was die einem da zeigen.
00:38:11: Wir haben ja den Desperate Reinterpretation Bias.
00:38:15: Also selbst das fieseste Verhalten wird ja noch umgedeutert zu was Positiven.
00:38:19: Den zum Beispiel würde ich über die Schulter schmeißen und weglassen.
00:38:23: Nicht dieses Desperate ist auch so ein bisschen gemein.
00:38:26: Aber dieses verzweifelte, das ist mehr so wie Verzweiflung gemeint.
00:38:30: Verzweifelte umdeuten.
00:38:32: Es könnte doch noch was Gutes dabei rauskommen.
00:38:34: Nicht das Potenzial von jemandem Daten.
00:38:37: Einfach gucken, wie handelt die Person.
00:38:39: das hochskalieren.
00:38:41: Alles hochskaliert.
00:38:42: Auf
00:38:42: die nächsten fünfzig Jahre.
00:38:44: Also wenn nichts besser wird, was bedeutet es mir dann, wenn es genau so bleibt und wenn es sich noch verstärkt?
00:38:50: Ist das hier grad cool?
00:38:52: Es bleibt mindestens so oder verstärkt sich?
00:38:54: Für viele ungesunde Beziehungen ist ein ganz klares Nein.
00:38:57: Ja dann... Run.
00:38:58: Das ist jetzt mein Rezept.
00:39:00: Wenn ich eins machen
00:39:01: muss.
00:39:02: Einfach nur Basic.
00:39:03: Guck auf die Verhaltensebene und in die Zukunft, wenn sich das noch verstärkt oder so bleibt, möchtest... Möchtest du mit der Person zusammen sein?
00:39:10: Und dann danach handeln, was ihr schon wisst.
00:39:12: Ah.
00:39:13: Und wenn ihr noch ein paar Drama-Schleifen ziehen wollt, dann verzeiht's euch und macht's konkruent und beim Herzen.
00:39:19: Und dann könnt ihr sagen, irgendwann möchte ich mir vertrauen und so handeln, wie ich weiß, dass gut ist.
00:39:23: Was ist auf der Handlungsebene, würdest du sagen, gutes Beziehungsverhalten?
00:39:28: Also Ehrlichkeit, klar.
00:39:30: Konsistenz.
00:39:31: Zuverlässigkeit.
00:39:32: Handelt man wie das, was man ausspricht?
00:39:35: Oder ist da ein Gap?
00:39:37: dann auch interessant, wie spricht die Person über andere Menschen?
00:39:40: Jemand, der über alles schlecht redet, das ist schwierig.
00:39:42: Ja, respektvoll, klar.
00:39:44: Das ist wirklich ein Problem, weil das wird oft übersehen, weil das Gossipen und Lestern ist so angenehm erst mal.
00:39:50: Aber jemand, der wirklich an niemandem Gutes hallt, Gossip ist normal, Negatives zu besprechen auch.
00:39:55: Aber ich würde genau hinhören, was das für eine Nuance ist, dass so Menschen feindlich sehr abwertend oder auch unbarmherzig.
00:40:02: Ist das jemand, was ist die Fehlerkultur?
00:40:04: Gibt es da eine Barmherzigkeit?
00:40:08: Genau.
00:40:10: Okay.
00:40:11: Jetzt guckt mal auf der Handlungsebene, entscheidet für sich, das gefällt mir, das ist respektvoll mir gegenüber, das ist zuverlässig, das ist auch irgendwie authentisch.
00:40:19: Großzügig.
00:40:20: Großzügig.
00:40:21: Aber auch verantwortungsvoll genug.
00:40:22: Humorvoll.
00:40:23: Ist es großzügig oder verschwenderisch?
00:40:25: Humorvoll, das wäre gut.
00:40:26: Ist es ein Add-on für dich oder ist es so ein Must-Have?
00:40:30: Humor ist must have, weil das ist mit Intellekt verbunden.
00:40:33: Ja, ist das
00:40:34: so?
00:40:34: Ich finde, ja auch und mit Sozialisierung.
00:40:37: Meine Mutter sagt immer, sie ist nicht unbedingt eine superintelligente Person, aber sie ist eine sehr humorvolle Person.
00:40:43: Aber wahrscheinlich sieht sie sich da falsch, ne?
00:40:46: Glaub
00:40:47: schon.
00:40:47: Die
00:40:47: ist nicht witzig.
00:40:48: Nein, könnte
00:40:48: ich nicht.
00:40:50: Das ist auch sehr witzig.
00:40:51: Es ist auch Bewältigung, also Humor.
00:40:54: In den düstersten Zeiten muss man lachen können, sonst wird es Verbitterung.
00:40:58: Aber man muss immer aufpassen, dass es nicht eine Vermeidungsstrategie ist.
00:41:02: Ja.
00:41:03: Also, alle Sachen weglachen, sind ja auch manchmal ganz gut drin.
00:41:06: Weil ich früher ganz gut drin.
00:41:07: Ja, okay.
00:41:08: Aber dadurch hat sich auch ein Moor entwickelt bei mir und bei uns in der Familie.
00:41:11: Wir haben uns aus dem Zeugen Hovers gelacht.
00:41:14: Ich habe auch schon über viele grauselege Dinge gelacht.
00:41:16: Manchmal ist auch in der Therapie so, dass man dann, wenn eigentlich manchmal muss man lachen, Spannungsabbau.
00:41:20: Und dann kann man ja sagen, jetzt nicht sozusagen pathologisch weiterlachen, sondern sagen, das hat gut getan.
00:41:26: Und sollen wir jetzt noch mal hingucken.
00:41:28: Ich hatte gestern die Situation mit meiner Tochter.
00:41:30: Ich habe versehentlich einen Anhänger von ihr verschenkt.
00:41:33: Ich wusste nicht, dass er von ihr ist.
00:41:34: Und dann hat sie das erfahren.
00:41:36: Ich hatte ihn aber noch nicht weggegeben.
00:41:37: Und dann sehe ich, wie sie auf der Couch sitzt und hat schon ihr kleines Kind angefangen zu zittern.
00:41:41: Ich war schon in Richtung Couch in Bewegung.
00:41:44: Und dann hat sie auf einmal angefangen zu lachen und zu weinen gleichzeitig.
00:41:47: Das ist ein gutes Zeichen.
00:41:49: Ich war richtig irritiert und hab diese auf den Arm genommen und zu gehalten.
00:41:53: Lass du gerade oder weinst du.
00:41:55: Ich weiß es
00:41:56: auch nicht.
00:41:58: Das war
00:41:59: ein geiler Moment irgendwie.
00:42:02: Es war beides dabei.
00:42:03: Habe ich aber so selten gesehen.
00:42:04: So Lachen und Wein in Hand in Hand.
00:42:06: Das ist
00:42:06: total cool.
00:42:07: Ich kann von diesem Schluchtsweinen zu Lachen auch gut wechseln.
00:42:11: Da
00:42:11: steckst du auf Lachen und fährst einfach weg.
00:42:14: Ja, weil immer ist es doch auch oft so absurd.
00:42:16: Also dann fährt man Auto und macht eine Sprachnachricht an die Schwester, er schluchzt, weint und plötzlich fällt am Auf, wie lustig das ist.
00:42:23: Und dann fange ich an zu lachen und sage auch meine Güte, alles ist ja auch eigentlich nichts.
00:42:27: Und das tut dann als auch okay.
00:42:29: Also Tiefe und wieder hochkommen.
00:42:31: Ja.
00:42:32: Und das, finde ich, darf sich alles vermischen.
00:42:34: Einhundert Prozent, einhundert Prozent.
00:42:36: Und dann noch ... Mit wem soll man zusammenkommen?
00:42:38: Werte eben.
00:42:40: Ja, ganz klar.
00:42:41: Aber viele sind da auch so, dass sie sagen, ja, das klingt gut, aber ich weiß gar nicht, was ich für Werte hab.
00:42:46: Doch.
00:42:48: Ja, immer wenn dagegen verstoßen wird, finde ich es heraus.
00:42:51: Ja, zum Beispiel.
00:42:53: Was ist für mich treuer, dass du mir alles erzählst oder dass du dich nie verliebst?
00:43:00: Das ist ein Unterschied.
00:43:02: Da finde ich, man braucht siebzehn Baufahssparverträge oder muss das Geld aus dem Fenster damit zur Tür wieder reinkommen.
00:43:08: Finanzen, ewiges Problem für viele Paare.
00:43:11: Eine ähnliche Einstellung zu Geld, das wäre schon gut.
00:43:15: Lebensziele möchte ich für Häuser, das schafft heute keiner mehr.
00:43:19: Was mache ich für Beispiele?
00:43:20: Ja, es gibt noch... Möchte
00:43:21: ich noch Wohneigentum oder habe ich das schon länger gegeben und bin auf dem Weg ins Tiny House?
00:43:26: Und solche Dinge lassen sich nicht gut klären.
00:43:29: Also passt auf, müsste ich, wenn ich mit dieser Person, auch wenn sich's jetzt gut anfühlt, ein komplett entfremdetes Leben führen?
00:43:34: oder muss einer seine Träume aufgeben, oder können wir in unserer Co-Existenz noch authentisch leben?
00:43:41: Ja, okay.
00:43:43: Wie steckt man die Werte gemeinsam am besten ab?
00:43:45: Also, sollte man da so ein Wertplan mitnehmen?
00:43:47: Übrigens, das ist jetzt unser drittes Date.
00:43:49: Jetzt nehme ich hier mal meine Werteliste raus.
00:43:51: Wie ist das bei dir?
00:43:51: Wie stehst du zum Geld?
00:43:52: Aus dem Fenster raus oder sichern?
00:43:55: Aber es ist doch eigentlich ein ganz sexy Gespräch.
00:43:57: Bei
00:43:57: Geld, ja.
00:43:58: Auch interessant.
00:44:00: Also, wie viele langweilige Gespräche werden schon auf Dates geführt?
00:44:03: Viele.
00:44:03: Ja, ich auch.
00:44:04: Ich finde, das wäre doch interessant.
00:44:05: Möchtest du mal in einem Tiny House leben ohne alles und Fenster?
00:44:07: ist auch cool im Winter, kalt zu duschen?
00:44:09: Weißt du, was ich mit dir erarbeiten will?
00:44:11: Hättest du Bock drauf?
00:44:12: Ich meine, ist jetzt eine Frage so im Podcast.
00:44:14: Kannst du dir nochmal durch den Kopf gehen lassen?
00:44:16: Ich kann ja ja sagen und nein machen.
00:44:17: Ja, genau.
00:44:18: Die Handlung ist eben
00:44:19: so wichtig.
00:44:19: Das sind die anderen beim Daten.
00:44:21: Hast du Lust, ein Wertekwartett rauszubringen, was man bei einem Date mitbringen kann und dann das durchgehen kann?
00:44:28: Ja.
00:44:29: Da wär ich schon dabei.
00:44:30: Ja?
00:44:30: Ja.
00:44:31: Ist das Handlungsebene ja oder nur ja?
00:44:33: Siehst
00:44:33: du dann ja.
00:44:33: Ach so,
00:44:34: stimmt.
00:44:36: Was sagt deine Intuition?
00:44:37: Das
00:44:38: ist ein ja, ja.
00:44:39: Bis jetzt bin ich auch immer erschienen, zum Beispiel, wenn ein Termin ausgemacht wurde.
00:44:42: Ja, das stimmt.
00:44:43: Hat zwar lange gedauert, bis wir dich aus Flensburg rausgezogen
00:44:46: haben.
00:44:46: Nicht relativ gesehen nicht, weil ich buche Ende XXX und ihr dann so,
00:44:51: hey.
00:44:52: Über nächste Woche, komm mal um.
00:44:53: Und hier
00:44:53: so mein armer Eiken hat gesagt, geht nächsten September und ich so,
00:44:58: was?
00:44:59: Wir wissen gar nicht, ob dieser Podcast noch existiert
00:45:02: im nächsten
00:45:02: September.
00:45:03: Und dann haben wir uns auch zusammengefunden.
00:45:05: Das war
00:45:05: sehr schön, das stimmt.
00:45:05: Für mich sehr schnell.
00:45:07: Für dich hat es lange gedauert.
00:45:08: Ja, nee, auch schnell.
00:45:09: Ich bin auch weit im Vorplan, aber ich bin auch immer wieder gerne spontan.
00:45:13: Ich hab mir übrigens zum Ziel gesetzt, weil es so angenehm ist, keine verplanten Tage mehr zu haben in der Woche.
00:45:19: Schön.
00:45:19: Ja, wann hattest du deinen letzten komplett unverplanten Tag?
00:45:22: Ich hab öfters welche.
00:45:23: Ja?
00:45:23: Ja, weil ich brauch das sonst gar nicht schreiben.
00:45:26: Okay, okay.
00:45:27: Und das geht nicht.
00:45:28: Ich kann
00:45:28: mein ganzes Leben mit E-Mails und Presseanfragen verbringen und dann hab ich nichts hingekriegt.
00:45:34: Ja, ja,
00:45:34: ja.
00:45:35: Ja, gut.
00:45:36: die Reichweite und steigt dann.
00:45:38: Ja, aber
00:45:39: Symbol-Karriere
00:45:40: dann.
00:45:41: Symbol-Karriere.
00:45:42: Es gibt doch so, dann wirst du zum elitären Präkariat.
00:45:48: Muss er sich überlegen.
00:45:49: Symbol-Karriere, aber merke ich
00:45:51: mir.
00:45:51: Weiß man sofort, was gemeint ist.
00:45:56: Gehen wir nochmal auf diese Werte-Ebene ein.
00:45:59: Das heißt, da hast du ja ein paar wichtige Faktoren gesagt, was zum Beispiel zu besprechen wäre.
00:46:05: Wie gehe ich mit Geld um?
00:46:06: Was möchte ich erreichen?
00:46:08: Wie wichtig ist mir Karriere, Familie?
00:46:11: Was bedeutet für mich Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit?
00:46:14: Eskultur.
00:46:15: Eskultur?
00:46:16: Ja, wie kann das aussehen?
00:46:17: unterschiedlich?
00:46:18: Stimmt, ist ein Faktor.
00:46:20: Also ich bin jemand, der würde ich sagen, sich normal ernährt, aber ich höre immer wieder in Beziehung, dass ich so ein übertriebener, pedant wenn es um gesunde Ernährung geht.
00:46:29: Jetzt gerade hast du mich gesehen, auf dem Flur mit einer Käsestulle, ich weiß, ich hoffe, das hängt mir nicht.
00:46:33: War dinklebrot übrigens.
00:46:35: Normalerweise nicht so ganz mein Nahrungsmittel.
00:46:38: Also ich achte schon extrem auf gesunde Ernährung.
00:46:40: Also Brot nicht.
00:46:42: Brot ab und zu.
00:46:44: Und Käse?
00:46:45: Auch nur ab und zu.
00:46:49: Aber mir wird immer wieder nachgesagt, dass ich so ein bisschen pedantisch da bin.
00:46:53: Also ist das ein Problem, würdest du sagen?
00:46:56: Kommt drauf an.
00:46:57: Also Eine richtig gute Ausgangssituation für eine gute Beziehung ist auch die eigene, also Kompetenz, würde ich es mal
00:47:06: nennen.
00:47:06: Ja, lach mich jetzt nicht so an.
00:47:08: Ja, bitte.
00:47:10: Die Andersartigkeit des anderen nicht nur auszuhalten, sondern zu lieben.
00:47:14: Also wie gut bin ich da drin, auszuhalten, dass du anders bist als ich.
00:47:17: Und beim Essen, beim Essen ist es noch einfacher als beim Geld, weil es machten nicht, es bestimmt nicht mein Lebensschicksal.
00:47:24: Wenn du kein Käse ist, bin ich nicht altersarm.
00:47:27: Ja.
00:47:28: Das macht den Unterschied, wie existenziell es ist.
00:47:31: Okay, welche Werte würdest du sagen sind sehr existenziell?
00:47:34: Familie?
00:47:35: Ob man über Familie will oder nicht, ne?
00:47:36: Ja.
00:47:37: Geld ist auf jeden Fall sehr existenziell.
00:47:39: Extrem
00:47:40: wichtig.
00:47:40: Arbeit, gehe ich arbeiten, um Geld zu verdienen oder bin ich meine Arbeit?
00:47:45: Oder empfinde ich sogar Sinne meiner Arbeit.
00:47:48: Ja, und das ist dann auch, wenn jemand arbeitet für Geld und ist genervt, wenn man samstags das Laptop rausholt, während der andere sich total freut, jetzt auch verkauft weiterzumachen.
00:47:58: Und dann kann ich das schon hochskalieren.
00:48:00: Es ist Unverständnis, Wut, Allversucht.
00:48:05: Der andere fühlt sich eingeschränkt, kann sich nicht verwirklichen.
00:48:07: Das macht dann große Probleme.
00:48:10: Aber diese Frage, arbeite ich für Geld oder bin ich meine Arbeit?
00:48:14: Oder empfinde ich Sinn in der Arbeit?
00:48:16: Kann ja auch so einen negativen Twist haben, dass jemand sich nur wertig fühlt, dadurch, dass er leistet.
00:48:23: Ja, kann.
00:48:23: Kann,
00:48:24: muss nicht, kann.
00:48:25: Ja.
00:48:26: Ja, ich würde sagen, in unserer Gesellschaft ist das häufiger der Fall als man denkt.
00:48:29: Manchmal.
00:48:31: Manchmal nicht.
00:48:31: Das muss ich über nachdenken.
00:48:34: Hast du gerade für dich geguckt?
00:48:37: Naja, ich finde immer, dann kann man gucken.
00:48:40: Also für mich persönlich ist das auf jeden Fall in Teilen so.
00:48:44: Ich glaube, du weißt ja, dass ich ein sehr leistungsorientiertes Elternumfeld hatte.
00:48:50: Aber nein, ich muss das einschränken.
00:48:51: Mein Vater war so.
00:48:52: Der war wirklich so.
00:48:54: Der hat auch mit mir immer Leistungswetten abgeschlossen.
00:48:56: Wenn ich das und das schaffe, bekomme ich das und das.
00:48:59: Wetten, dass du nicht irgendwie zwei Minuten unter Wasser bleiben kannst.
00:49:02: Doch kannst du.
00:49:04: Das ist nicht hoch.
00:49:06: Jetzt hieß es ja noch.
00:49:09: Mein Mutter war immer überhaupt nicht so.
00:49:10: Und die war immer so, oh ja, jetzt arbeite ich beim Wurststand und jetzt arbeite ich irgendwie beim Bäcker und jetzt beim Kiosk und jetzt in der Kräutergärtnerei.
00:49:19: Das war ein merkwürdiger Mix, den ich mitgekriegt habe.
00:49:22: Ich bin ja über siebenundzwanzig, langsam Zeit die Verantwortung zu übernehmen.
00:49:27: Ja, ja, aber man darf auch beim Herzen sein und sagen, das klingt nicht nach lustigen Geschichten.
00:49:33: Und dann trotzdem steuern, wie man jetzt so in der Welt unterwegs ist, genau.
00:49:38: Jetzt aber los.
00:49:39: Nichts, nee, nee, nee.
00:49:43: Nicht zu lange da bleiben.
00:49:45: Nicht zu lange bei den unangenehmen Gefühlen.
00:49:48: Erkenne heute beides an, wo ich Verletzungen erfahren habe und wo es sehr schmerzhaft war für mich.
00:49:53: Und ich kann auch darum trauern.
00:49:56: Und gleichzeitig sehe ich auch bestimmte Sachen, die ich erfahren habe, welche Qualitäten es in mein Leben gebracht hat.
00:50:01: Das
00:50:01: ist ganz gut.
00:50:02: Und wofür ich auch sehr dankbar bin.
00:50:05: Auch mein Vater, der so war, wie er war und der mich so freigelassen hat, wie sich das ein Kind nur vorstellen kann in ganz vielen Aspekten.
00:50:13: Ich durfte ... Mit zwölf, schon ohne Führerschein, in natürlich kein Motorrad fahren.
00:50:19: Allein mit einem Reisepass und ein bisschen Geld da drin.
00:50:22: Das war mein kleiner Führerschein für unterwegs.
00:50:25: Ich durfte immer Partys feiern zu Hause, wenn ich wollte.
00:50:30: Also es gab richtig krasse Eskapaden an Partys.
00:50:33: Es gab auch ganz viel Freiheit oder ich durfte Sachen ausprobieren.
00:50:37: Es gab da nicht so... Überlegt dir, ob das bis an deinem Lebensende ein gutes Hobby sein könnte, bevor du das anfängst.
00:50:45: Das gab es auch nicht.
00:50:46: Da konnte man einfach rausprobieren.
00:50:48: Das war ziemlich geil.
00:50:49: Aber es gab schon immer, und das kann Qualität oder auch Schatten und Traurigkeit sein, ein sehr, sehr starkes auf mich allein sein, aber ausprobieren dürfen.
00:51:02: Beides.
00:51:03: Beides.
00:51:04: Ja.
00:51:04: Einsame Unternehmer folgt da draußen.
00:51:06: Nein.
00:51:07: Ich fühle mich heute nicht mehr so einsam.
00:51:09: Wir sind ja bei Beziehungen, das ist auch ein ganz guter Switch, ohne jetzt von mir ablenken zu wollen.
00:51:15: Du kriegst schon so deinen Therapeuten-Gesicht, kann das
00:51:17: sein?
00:51:17: Ich muss mal kurz die Rolle checken.
00:51:21: Schon noch ein paar Fragen.
00:51:23: Aber ich kann auch einfach hier, ich mach ja mal so einfach mehr.
00:51:26: Was ist denn mit, wie gesellig man ist?
00:51:30: Ja.
00:51:31: Ist ein schöner Wert.
00:51:32: Möchte ich mit Freunden zusammenwohnen auf dem Vier-Eckenhof?
00:51:35: Ja, das bin ich.
00:51:37: Und dann mit jemandem zusammenkommen, der nur allein ist schön findet?
00:51:40: Das war
00:51:41: ein Problem bei meiner Ex-Freunde und mir.
00:51:43: Die würde ich sagen ist auch gesellig, aber ich bin einfach ultragesellig.
00:51:47: Ich bin so, dass ich sage, ich wohne in einem Haus, wo ganz viele Freunde von mir wohnen.
00:51:50: So mehr Familie in Haus, das ist ja so Bollabü in Berlin.
00:51:55: Ich bin so, dass ich sage, abends Abendessen, ich bin auch mit meiner Tochter gerne alleine, aber ich leite mir auch gerne eine gute Freundin ein, mit ihrem Kind, hererst uns alle zusammen Abendessen.
00:52:05: Irgendwie hab ich immer dieses Großfamilien, alle kommen zusammen gehen in mir, ich liebe das.
00:52:09: Meine Ex-Freundin brauchte immer wieder Ruhephasen für sich, wo sie dann runterkommen kann.
00:52:15: Und für mich ist so, ich komm richtig gut runter, wenn richtig viele Leute um mich rum sind, die ich mag.
00:52:19: Ja, und das sowas ist nicht einfach so oder sogar unauflösbar.
00:52:23: Drama.
00:52:24: Also ist bei euch, also bei uns...
00:52:27: Ja, bitte, ich höre.
00:52:29: Ja.
00:52:29: Jetzt bin ich immer im Stuhl und höre dir
00:52:31: zu.
00:52:31: Bei mir ist z.B.
00:52:32: immer die Tür auf.
00:52:32: Ich find das cool, wenn ich von der Arbeit komme und da sitzt schon das halbe Viertel oder Nachbarskinder kommen, zu uns duschen und so, dass finde ich mega.
00:52:40: Dass
00:52:41: du sagen kannst, raus, raus, raus, raus, raus.
00:52:42: Rein,
00:52:43: rein, rein, rein, rein.
00:52:44: Toll.
00:52:44: Okay, gut.
00:52:45: Und
00:52:45: das wär für mich, das wär unerträglich, wenn da jemand wär der Tür, also jetzt auch mal rein physisch.
00:52:50: Wenn jemand da die Tür abschließen würde, wär ich zerstört, weil ich liebe, dass das alle wissen, da ist immer offen.
00:52:55: Bei der komischen Tante im Viertel.
00:52:57: kann man sich immer ein Keks abholen und duschen.
00:53:00: Das ist für mich.
00:53:00: Und wenn jetzt jemand käme, der sagt, das würde wirklich nicht gehen, dann würde ich sagen, das kann ich nicht loslassen, so kann ich mit mir nicht sterben.
00:53:06: Ah, das ist was Wichtiges, ne?
00:53:08: Das kann ich nicht loslassen, so kann ich mit mir nicht sterben.
00:53:12: Das ist gut.
00:53:13: Wir machen ja Todesstudien, also mit Menschen am Lebensabend, lebt einfach eure Beziehung so, dass ihr mit euch sterben könnt.
00:53:20: Was heißt das?
00:53:21: Ja, so hadernringend, reuevoll am Lebensabend ist kein angenehmer Zustand.
00:53:28: Man kann die Zeit nicht zurückdrinnen.
00:53:29: Am Ende ist man damit alleine, wie man sich entschieden hat, für sich eingestanden hat und für seine Werte.
00:53:34: Und unter dieser Brille ist man ein bisschen pathos und drohen.
00:53:38: So wählen.
00:53:39: Was mache ich hier eigentlich gerade?
00:53:41: Wir leben alle noch circa fünf Minuten.
00:53:43: Was hat man draus gemacht?
00:53:46: Ja.
00:53:46: Kann man auch mal ein bisschen den Druck in der Dating-Szene erhöhen.
00:53:50: Ja, es wird locker leicht, wenn du das so formulierst.
00:53:53: Aber es ist eine coole Einladung eigentlich.
00:53:55: Man lebt das Leben solange es da ist.
00:53:57: Total.
00:53:58: Und gleichzeitig lebt man immer auch mit dem Gefühl von Unendlichkeit.
00:54:01: Also das kenne ich bei mir.
00:54:01: Ich hatte ja ein lebensbedrohlichen Unfall vor zweieinhalb Jahren.
00:54:05: Also ich bin mit dem Kite einfach in die Luft geschnellt, war zehn Meter über der Erde, bin dann mit dem Kopf und mit der Schulter zuerst auf den Boden geknallt und da waren die Lichter aus.
00:54:15: kam der Krankenwagen irgendwann und die Ärztin im Krankenhaus meint, sie hat viele Kiteunfälle erlebt, aber sie kann sich nicht erklären, wie ich den überlebt habe.
00:54:25: Also war eigentlich das Genick gebrochen hätte sein müssen.
00:54:28: Und das war ultra krass, auch da in der Luft zu sein und zu wissen, jetzt sterbe ich, weil ich wusste, ich bin so hoch, das überlebe ich nicht.
00:54:36: Und ich würde sagen, die Tage danach, die Wochen danach, die Monate danach, habe ich mit diesem Gefühl gelebt, die eigene Endlichkeit, mal wirklich getroffen zu haben.
00:54:48: Und es ist immer wieder da, aber geht auch im Alltag unter.
00:54:53: Und das ist so schade eigentlich.
00:54:55: Aber vielleicht ist das Leben, als es euch ist.
00:54:59: Ja, also erst mal bin ich berührt davon, weil wir haben ja im Norden die vielen Kaltunfälle.
00:55:04: Und ich bin auch so eine ängstliche Kalterin, aber ich mach trotzdem die panischste und uncoolste bin ich.
00:55:11: Ich mach das auch so gerne.
00:55:14: Krass.
00:55:15: Ja, es ist schade, dass man gut, dass du es dir konservieren kannst.
00:55:18: Aber ein bisschen als Denkübung ist mitzunehmen, mache ich gerade was, womit ich dauerhaft zufrieden bin?
00:55:22: Oder bringt mich das, was ich jetzt gerade mache, mittelbar?
00:55:27: Also es ist zielführend, bringt es mir was mittelbar oder ist es nur unmittelbar?
00:55:31: Also immediate Gratification, ne?
00:55:33: Ist das jetzt nur kurzfristige Befriedigung oder trägt das zu langfristigen Zielen bei?
00:55:39: Das ist selbst für Sorge, bei mir bleiben.
00:55:43: wäre ich stolz auf mich, würde ich es mir für meine Tochter wünschen, was ich gerade mit mir selber mache.
00:55:48: Alle diese Triangulierungen helfen.
00:55:50: Das heißt nicht, ihr könnt auch mal über die Stränge schlagen und intuitiv sein, aber dann genießt es auch diesen Zustand und gönnt euch das.
00:55:58: Wenn ihr aber auch den Zugang zu sowas habt wie einem Bewertungssystem.
00:56:01: Und da helfen diese Triangulierungen.
00:56:04: Was würde ich meiner Freundin raten?
00:56:06: Würde ich es mir für mich wünschen, wenn ich meine Tochter wäre.
00:56:09: Und so, dann kann man ein bisschen mehr an die Bewertung kommen.
00:56:12: Ja, ich finde, das ist so eine ganz, ganz wichtige Frage.
00:56:15: Auch wenn man sich bestimmte Sachen nicht verzeihen kann oder Sachen, die passiert sind, wie würde ich denn mit meiner Tochter umgehen?
00:56:21: Wie würde ich denn mit meinem Sohn umgehen, mit meinem Kind?
00:56:24: Meistens ist man da viel nachsichtiger als mit sich selber.
00:56:28: Oder wenn es auch um Kindheitserlebnisse geht, die man selber so runter spielt und sagt, ja, ich habe ja überlebt, war alles nicht so schlimm.
00:56:38: Ist ein Zeichen sogar, ne?
00:56:39: Traumazeichen.
00:56:40: Ja, und dann sich zu fragen, hätte ich für meine Tochter gewollt, dass sie so aufwächst.
00:56:46: Und ich erleb das immer wieder, dass dann bei den meisten die Tränen fließen.
00:56:50: So, ab dem Zeitpunkt, weil sie dann auch sich selber anerkennen in ihrer Geschichte und dass ja auch was ganz Wichtiges.
00:56:56: Aber Daten darf auch Spaß machen, ne?
00:56:57: Ist eigentlich eine leichte... fröhliche, spannende Zeit, die man auch genießen kann.
00:57:03: Viele Paare sind total neidisch auf Singles und deren Leben.
00:57:06: Also, ich finde, die Ernsthaftigkeit darf so mitlaufen und die Fürsorge, so habe ich auch die Fragen gehört.
00:57:11: Wie kann ich darf auf mich aufpassen?
00:57:13: Aber in diesem Aufpassen muss es jetzt auch nicht zu verkrampft werden, weil die Dating-Szene ist schon verkrampft.
00:57:20: Also, ich sammle hier Erfahrungen, ich vertraue mir, den Weg zurückzugehen.
00:57:24: Deswegen kann ich auch Ja sagen.
00:57:26: Wer seinem Nein vertraut, kann Ja finden.
00:57:29: Wer seinem Nein nicht vertraut, bei dem es jedes Jahr eine volle Konsequenz.
00:57:34: Und dann fällt das schwerer.
00:57:36: Also findet euer Nein, um dann ein Ja zu finden.
00:57:38: Und dann probiert euch aus, macht komische Sachen.
00:57:41: Hundert Prozent.
00:57:42: Wir waren irgendwie bei dem Punkt von ich, dass wir gesagt haben, okay, wir haben jetzt so abgeklopft, wie wir mit dem Partner tiefer in Beziehung kommen können.
00:57:52: Auch wie wir bestimmte Sachen uns angucken, zum Beispiel.
00:57:55: Die Werte und das vorher abgleichen, dass wir nicht irgendwie eine Katastrophe rutschen nach zehn Jahren und merken, ah, okay, der hat ein ganz anderes Verhältnis zu Geld, zu Familie, zu Freizeit, zu Großzügigkeit, zu, wie will ich Gemeinschaft leben, etc.
00:58:09: Was sind so aus deiner partherapeutischen Erfahrung die größten Hindernisse?
00:58:15: Was sind die Themen mit denen Paare zu dir kommen, wo du sagst, ah, ja, okay, das sind die großen Stoppersteine?
00:58:20: Wenn man dann sagt, man möchte eigentlich eine gesunde Beziehung führen.
00:58:30: eigentlich Missverständnisse.
00:58:31: Wir haben diese großen Probleme, weil wir uns missverstehen.
00:58:34: Wir glauben zu wissen, was die andere Person möchte oder meint.
00:58:37: Wir haben Rollen, wir lassen uns aus den Rollen mich raus.
00:58:41: Und dann kann man nicht mehr leiden, wer man selber ist.
00:58:45: Und dann wird es unerträglich.
00:58:47: Und dann natürlich Abwertung.
00:58:51: Also was wir uns in Beziehung antun, das macht mich auch oft melancholisch und traurig.
00:58:57: Es gibt eine ganz einfache partherapeutische Übung, die heißt halt so höflich zueinander, zwei Wochen lang wie zu fremden.
00:59:04: Und die dürfte es ja eigentlich gar nicht geben.
00:59:05: Das ist schon revolutionär.
00:59:09: Als erstes begrüßen freundliche Lächeln.
00:59:12: Hallo, schreiben mir Nachrichten.
00:59:14: Möchtest du auch ein Glas Wasser?
00:59:15: So was oft in Beziehungen machen wir das gar nicht.
00:59:18: Also die sind wirklich so erodiert, dass eine wirksame Intervention ist, zueinander freundlich zu sein.
00:59:25: Ja?
00:59:26: Ja.
00:59:26: Wow.
00:59:27: Dann kommen die Leute wieder nach zwei Wochen.
00:59:28: Das hat
00:59:29: alles geändert.
00:59:31: Freundlich reden.
00:59:32: Also wie man manchmal redet auch in Beziehungen.
00:59:35: Ihr könnt ja selber mal überlegen.
00:59:37: Weil man annimmt, was zu bekommen, zu dürfen.
00:59:40: Also ich verlange, weil auf der Grunderrolle, dass wir verheiratet sind, verlange ich von dir, dass du mich regulierst.
00:59:46: Das Gift.
00:59:47: Und wenn das verlangt wird, macht es keinen Spaß, es zu geben.
00:59:51: Und dann entstehen diese ganz verhärteten Missverständnisse.
00:59:55: Weil eigentlich, also im Kern, es soll jetzt nicht esoterisch klingen, aber ein bisschen mir auch egal.
01:00:01: Sind das ja
01:00:02: alles wunderschöne Menschen mit einem goldenen Kern, die geliebt werden wollen, die sich dann in diesen Missverständnissen sich selber und den anderen allerlei antun.
01:00:12: Aber eigentlich ist ja schon alles da.
01:00:14: Es kommt ja auch, das ist auch ganz interessant, es kommen ja oft Einzelpersonen und die reden dann über ihre Partnerpersonen.
01:00:19: und dann freue ich mich immer schon so, wenn die andere Person kommt, weil es wird ja mal gezeichnet.
01:00:24: Wenn man am Anfang so einer Karriere steht, denkt man vielleicht noch, was für eine fürchterliche Person kommt da gleich.
01:00:29: Und das sind oft so nette Menschen eigentlich immer.
01:00:32: Und das ist immer so lustig.
01:00:33: Wenn man das kennt, dieses Bild, was gezeichnet wurde, denkt man, dass ja jetzt kommt die krasseste Hexe, die ich je gesehen habe.
01:00:39: Und kommt so so eine gänzlich reasonable Frau rein.
01:00:43: Und das werde ich nie vergessen.
01:00:47: Und das ist interessant.
01:00:48: Und auch ein bisschen ernüchtern, machen manchmal das auch ein bisschen traurig.
01:00:53: Da ist so viel Bedürftigkeit.
01:00:56: Und aus der Bedürftigkeit kommen wir nicht ins Geben, sondern in dieses verhärtete, jeder kriegt zu wenig.
01:01:01: Jeder ist ein Minus und aus diesem Minus und Minus wird dann nicht plus.
01:01:06: Und dann...
01:01:07: Kommt die Leute zu dir?
01:01:08: Manchmal zu spät, ne?
01:01:10: Manchmal zu spät, aber...
01:01:12: Manchmal nicht.
01:01:14: Es kommt eigentlich nicht so sehr drauf an, wann, sondern wie motiviert ist man eigentlich noch?
01:01:18: Ob man eigentlich schon alles aufgegeben hat und sagt, hey, ich möchte jetzt, dass das gut abgewickelt wird, ne?
01:01:22: Oder ob man sagt, ich komme hierher, weil wir unsere Beziehung schätzen, aber merken, wir sind irgendwie in der Sackkasse geraten.
01:01:29: Wir haben auch einen guten Grund dafür, sonst nimmt man es auch nicht an.
01:01:34: Was ist ein guter Grund?
01:01:35: Liebe?
01:01:37: Nein.
01:01:39: Also Liebe wird immer so herangezogen als letztes Mittel.
01:01:42: Wenn man sagt, das finde ich jetzt nicht so ganz plausibel, was wollen Sie jetzt?
01:01:45: Also überspitzt eigentlich genau jetzt hier gerade?
01:01:48: Ja, wir lieben uns.
01:01:49: Da würde ich weiter bohren.
01:01:50: Ja, was heißt denn Liebe?
01:01:51: Sie haben mir gerade erklärt, dass es die fürchterlichste Person auf dem Planeten ist.
01:01:55: Kann man nicht trauen.
01:01:56: Ist hässlich geworden nach den Geburten.
01:01:58: Also auch wirklich Sachen, wo man denkt.
01:02:01: Sagen die das in?
01:02:02: Ja, ich kann dich leider nicht mehr erotisieren, seit du älter geworden bist.
01:02:09: Wow.
01:02:10: Und das ist ja schon jetzt meine Paraphrase.
01:02:13: Und das ist ja auch ehrlich und wahr.
01:02:14: Und sowas muss ja auch besprochen werden.
01:02:15: Das ist ja ein Problem von Pan.
01:02:17: Kann ich mich selbst und den anderen noch erotisieren, wenn wir verfallen?
01:02:21: Ist ja was uns allen passiert.
01:02:23: Was macht man damit?
01:02:24: Was
01:02:25: macht man damit?
01:02:26: Ja, man kann reotisieren.
01:02:27: Kein Problem.
01:02:29: Ja.
01:02:29: Das muss in Arbeit, aber man braucht dann nur Motivation.
01:02:32: Deswegen sage ich es nicht zu spät.
01:02:34: Es kommt nur darauf an, möchte man noch.
01:02:36: Hat man Lust, neue Körperteile zu entdecken oder Körperteile, die man jetzt abwertet, zu reerotisieren?
01:02:44: Hat man Lust, sich auf diese Reise zu begeben, auch wenn sie arbeitsintensiv ist?
01:02:48: Alle leiden unter Verfall.
01:02:50: Und diese Paare sind ja schon insofern cool, als dass die es sich trauen zu sagen.
01:02:53: Der Rest denkt es nur.
01:02:55: Ja, macht nichts.
01:02:56: Also macht gar nichts
01:02:56: mehr.
01:02:57: Deswegen ist Klinge so hart, die sagen sich das ja und... Der Rest der Mannschaft denkt's.
01:03:01: Und sagen die sich das dann auch gegenseitig?
01:03:03: Manchmal
01:03:03: schon, manchmal schwer.
01:03:05: Da muss man auch schützen.
01:03:06: Da muss man sagen, können Sie es noch gut aushalten, dass Ihr Mann oder Ihre Frau grad so redet?
01:03:10: Wollen Sie davon noch mehr hören?
01:03:11: Tut Ihnen das jetzt gerade gut?
01:03:13: Und manche sagen, sag's jetzt einfach, weil ich fühl's eh schon.
01:03:15: Und andere sagen, ehrlich gesagt, reicht's mir.
01:03:18: Und manche Leute haben gar nicht so ein Gefühl für, glaube ich, in dem Moment.
01:03:22: Ja, dann fühlen wir mit.
01:03:23: Also wir passen auf und lesen den Raum, sagt man.
01:03:27: Wow, das ist aber schon harter Tobak jetzt noch vielleicht.
01:03:30: Wir sind so eine Beziehungsreise eingegangen von, ich muss erstmal den richtigen finden, ich befinde mich immer wieder in Schleifen, wo ich sage, gibt's den richtigen überhaupt?
01:03:38: Nein.
01:03:40: Einhundert Prozent nicht.
01:03:41: So was wir sehen, Verwandtschaft, so ein krassen Clickfit gibt's nicht.
01:03:45: Ich würde immer sagen... Es gibt auf jeden Fall, das ist mir aufgefallen, Traumaanziehung.
01:03:49: Dass Leute ähnliche Sachen Bausteine in ihrer Geschichte haben und die suchen sich das irgendwie so zielgerichtet aus hundertfünfzig Personen raus, dann denken so, diese eine Person ist gar nicht so mein Typ optisch, aber irgendwas ist da.
01:04:02: Und dann bohren sie tiefer und denken, du bist das Gegenstück von mir, was ich schon kenne.
01:04:08: Ja, also ich glaube auch an ganz viel so mystisches Transcendentes.
01:04:15: oder unbewusstes oder vorbewusstes, was uns so lenkt.
01:04:18: Also ich glaube gar nicht so, dass das rational läuft.
01:04:20: Aber ich glaube, es gibt vielleicht den oder diejenige, mit der es für eine Weile gut ist und vielleicht für immer.
01:04:28: Aber ich glaube nicht so auf dem ganzen Globus gibt es einen, mit dem es dann einfach ist, sondern auch mit denen, mit denen es erstmal einfach scheint, wird es irgendwann Arbeit.
01:04:36: Und dann ist die Frage auch, was macht man aus der Liebe, wie versteht man sie?
01:04:41: ist das vielleicht, lebe ich ein liebevolles Leben zu mir selber und der Welt und ab und zu kommt jemand vorbei und dann potenziert sich und ich kann es auch wieder gehen lassen oder entscheide ich mich, dass es dann bleiben soll und investiere die Arbeit, die ich möchte.
01:04:55: Das ist ja beides in Ordnung.
01:04:56: Die Konventionen sind wirklich auch nicht so hilfreich manchmal.
01:05:00: Woran merke ich denn, ob es sich lohnt, die Arbeit zu investieren?
01:05:04: Was für ein Leben man leben möchte.
01:05:07: Wie meinst du das?
01:05:07: Also weil, ich glaube, an der Ich stelle es in viele, dass sie sich fragen, gehe ich jetzt weiter mit der Person in der Beziehung?
01:05:15: Aber ich weiß nicht, ob sich das lohnt oder... Dass
01:05:17: sich lohnt, warum, was?
01:05:19: Ja, jetzt, weil ich eigentlich eine glückliche Beziehung möchte.
01:05:23: Ja, man kann, wenn die andere Person auch motiviert ist, mit der Person sicherlich eine gute Beziehung hinbekommen.
01:05:28: Also ist mir Beziehung und die Länge der Beziehung ein Wert an sich?
01:05:32: Oder genieße ich die Liebe, wie sie kommt und kann sie auch wieder gehen lassen?
01:05:37: Ich würde jetzt... wird das wirklich gerne die Konventionen ausklammern, weil die so viel Schlechtes bringen.
01:05:43: Jetzt haben wir schon ein Kind.
01:05:44: Ja, existenziell, das spielt eine Rolle.
01:05:46: Manchmal kann ich es mir nicht leisten, dann mache ich es mir hier so gut, es geht.
01:05:49: Und dann plötzlich kann eine neue Liebe daraus werden.
01:05:52: Das finde ich auch in Ordnung.
01:05:53: Es muss nicht hübsch klingen.
01:05:55: Es muss nur ehrlich sein.
01:05:56: Kann ich es mir nicht leisten, zu gehen und raus zu gehen?
01:05:59: Oder jetzt noch nicht.
01:06:01: Dann kann ich trotzdem die nächsten vier Jahre gut gestalten oder so gut es eben geht.
01:06:05: Vielleicht bleibe ich sogar auch in einer schlechten Beziehung, aber sorge innerhalb dieser Beziehung für mich.
01:06:12: Also es ist nicht so, ich würde nicht sagen, weder muss man zusammenbleiben noch sich trennt.
01:06:16: Es gibt sehr viele Nuancen.
01:06:18: Und es gibt sehr viele Formen von Beziehung.
01:06:20: Manche bleiben auch in Beziehung, aber haben ewige Affären und entscheiden sich noch es nie zu sagen.
01:06:26: Andere sagen, so könnte ich nicht mit mir leben.
01:06:29: Das hängt davon Wertesystem auch ab, ne?
01:06:32: Ja, und es sind Mischkalkulationen.
01:06:34: Man verliert immer was.
01:06:36: In Beziehung gehen verliert man was, nicht in Beziehung gehen verliert man was.
01:06:41: Wenn du mit einem Pärchen in einer Partherapie sitzt, dann hast du auch ein Gefühl zu denen.
01:06:47: Wann sagst du dir innerlich, ohne das von außen zu beeinflussen, für die beiden lohnt sich es noch?
01:06:53: Und wann sagst du?
01:06:54: Nee, die müssten eigentlich ihren eigenen Weg gehen.
01:06:56: Oh mein Gott, das ist aber nicht.
01:06:57: beantworte das persönlich.
01:06:59: Das hat nichts zu tun mit meiner Haltung.
01:07:01: Ich helfe jedem Paar
01:07:03: und
01:07:05: ich bin fachlich für jeden da und ich habe schon viele Paare darin begleitet zusammen zu bleiben, wo ich dachte, das ist nicht gut.
01:07:12: Also, weil ich muss Ergebnis offen arbeiten, sonst bin ich gar nicht gut.
01:07:16: Und das war für mich ein ganz schwieriges Thema, Leute in Beziehskonstellation zu entlassen.
01:07:22: die für mich zum Beispiel auch politisch nicht in Ordnung waren, die zum Beispiel ungerecht sind.
01:07:26: Die Frau wird altersverahmen, wenn das nicht hält und ich sehe zwanzig Zeichen dafür, dass es nicht halten wird, aber sie will es so.
01:07:32: Dann kann ich noch sagen, objektiv gesehen würde ich es ungerecht nennen, aber es ist Ihre
01:07:38: Lösung.
01:07:39: Falls Sie sie nochmal überdenken wollen, bin ich für Sie da.
01:07:41: Und viele einigen sich in diesen therapeutischen Settings auf Dinge, mit denen ich nicht gut leben kann.
01:07:48: Ja, und ich habe so eine kleine ... Eine ganz kleine Tendenz, wo ich manchmal denke, ah, lass das doch.
01:07:57: Ja, weil manchmal, wenn ich so die Grausamkeit, aber sehr viele Paare bleiben ja zusammen, aber manchmal denke ich so für die geschöne Menschen, jeder für sich, und in sich kommt wirklich das fürchterlichste raus.
01:08:08: Und wenn das auf dem Weg der Entwicklung liegt, finde ich es schön.
01:08:12: Aber manchmal denke ich auch, müsst ihr das jetzt genauso machen, ihr könnt ... Manchmal sind sie auch schon Kinder und man kann nicht weg.
01:08:20: Aber wenn die die Möglichkeiten haben, denk ich manchmal so...
01:08:24: Jeder für sich, bitte.
01:08:26: Lauft.
01:08:27: Und wenn es morgen vorbei wäre, kann man ja auch als Denkübung machen.
01:08:31: Aber ich bin natürlich nicht... Das ist nur so.
01:08:33: eine kleine...
01:08:34: Wolltest du grad sagen, ich bin nicht Gott?
01:08:36: Nein, ich liebe ja Beziehungen.
01:08:39: Aber manchmal denke ich so... Aua.
01:08:43: Und wow.
01:08:43: Und gleichzeitig finde ich es sozusagen so... oder so krass und bewundernswert, was Leute auch zusammen durchstehen.
01:08:50: Ja, und wie das für deren Entwicklung dann wieder was ist, ne?
01:08:56: Ja, und nur weil auch eine Parttherapeutin denkt, einen kleinen Impuls hat und so denkt, man könnte es auch alleine schön haben, heißt das ja nicht, dass die Arbeit in die Richtung geht.
01:09:06: Und das ist sogar gut, weil ich möchte ja auch sogar skeptisch sein, sowohl zur Trennung als auch zur Beziehung, damit wir es gut prüfen.
01:09:13: Dann hat man eigentlich was davon.
01:09:15: Weil es ist nicht gut, wenn ich sozusagen einkaufe auf das Ticket der Norm.
01:09:19: Ja klar, Kinder muss man wollen, Kinder muss man gleich lieben oder was auch immer für Ticket ist, gibt Beziehung, muss erhalten bleiben.
01:09:26: Sondern ich versuche ja immer zu dekonstruieren.
01:09:28: Also warum, warum, warum?
01:09:30: Lass es uns prüfen.
01:09:31: Deswegen, das ist nicht gefährlich.
01:09:33: Ja.
01:09:34: Okay, vielleicht noch.
01:09:36: Manche sagen ja, ich muss viel für mich selber tun, um dann überhaupt die Möglichkeit zu haben.
01:09:42: richtig schöne Partnerschaft zu kommen.
01:09:44: Nein.
01:09:45: Manche Sachen heilen erst in einer Beziehung, die auch in Beziehungen irgendwie angerichtet wurden.
01:09:50: Ja, und auch, man wird eh nicht genug aufgeräumt haben.
01:09:55: Und es gibt auch so eine leichte gesellschaftliche Tendenz der Erozentrierung.
01:09:59: Minimal.
01:10:00: Ein
01:10:00: bisschen.
01:10:01: Also wo wir schon sagen, in der Therapie heutzutage therapieren, wir haben ja eine ganze viele Dekaden lang auf Abgrenzung und Nein-Sagen trainiert.
01:10:10: Und das ändert sich ein bisschen.
01:10:13: Mehr Ja sagen.
01:10:15: Ja sagen, verbindlich sein.
01:10:17: Community, also Gesellschaft kostet auch was, Gemeinschaft kostet was.
01:10:21: Du musst halt jetzt mal da auf die Party hinzu gesagt hast, wenn du noch möchtest, dass es Partys gibt.
01:10:26: Ja.
01:10:26: Weil wenn da niemand kommt, irgendwann macht niemand mehr was.
01:10:31: Also ein bisschen so...
01:10:32: Commitment der Gesellschaft gegenüber zeigen.
01:10:34: Die ganze Zeit, um sich selber zu kreisen, über sich selber zu reden und nachzudenken.
01:10:39: ist nicht menschenfreundlich.
01:10:41: Und auch manche sagen ja so, ich bin so ein netter Mensch.
01:10:43: Ich denke die ganze Zeit darüber nach, was ich den Abend gesagt habe.
01:10:48: Und was haben die anderen gesagt?
01:10:51: Denk vielleicht mal, da sind oft Leute so sehr stolz.
01:10:53: Ich bin so sensibel, ich denke nur über mich nach.
01:10:57: Ja, ich finde das ein ganz wichtiger Aspekt, nicht immer zu gucken, was kann ich für mich tun, wie kann ich mein Leben besser machen, sondern auch... Vor allem, wie kann ich das Leben von allen...
01:11:03: Ein bisschen Liebe wegschenken.
01:11:05: Auch in Ehen.
01:11:06: Schenkt doch mal weg.
01:11:07: Man kann es nie... Da kommt nur mehr zurück.
01:11:09: Ja.
01:11:09: Das ist ein guter Aspekt.
01:11:10: Das ist ein schönes Schlusswort.
01:11:11: Ein bisschen Liebe wegschenken.
01:11:12: Und auch Commitment.
01:11:13: ein bisschen wegschenken beim Dating ist eh schon eine peinliche und entwürdigende, aber manchmal auch spaßige Angelegenheiten.
01:11:18: und nenn nette Nachrichten noch zu schreiben oder ein paar mal mehr zu antworten, macht auch erst mal nichts, wenn ihr euch auf eure, euer Nein verlassen könnt.
01:11:25: Wenn es zu viel wird, grenzt ihr euch ab.
01:11:27: Aber erst mal wegzuschenken braucht auch die Dating-Szene und die ganze Menschheit im Moment.
01:11:32: Einhundert Prozent.
01:11:33: Das waren schöne Schlussworte.
01:11:34: Vielen Dank, dass wir gesprochen haben.
01:11:37: Ich tauche immer wieder eine neue Aspekte, wenn ich mit dir rede.
01:11:41: Ich finde das spannend.
01:11:41: Das wirkt bestimmt noch nach.
01:11:44: Wir haben auf jeden Fall viel über Beziehung finden und in Beziehung bleiben gesprochen.
01:11:49: Und wenn ihr möchtet, bewertet diesen Podcast und schickt ihn weiter.
01:11:55: Und, Johanna, wo findet man dich am besten?
01:11:57: Natürlich.
01:11:58: Im Liebeslabor.
01:11:59: Ja, wenn du da grad nicht bist, in deinem Liebeslabor.
01:12:03: TeachAndersGorlov.de.
01:12:05: Sehr gut.
01:12:06: Und?
01:12:06: Und Liebeslabor heißt auch mein Podcast.
01:12:08: Ja, stimmt.
01:12:09: Liebeslabor Podcast und auf deiner Homepage.
01:12:12: Und das verlinken wir alles in den Show-Nords.
01:12:14: Wir hören uns bis zum nächsten Mal.
01:12:15: Macht's gut.
01:12:18: Das war der
01:12:18: Jakobslied.
01:12:19: An dieser Stelle noch einen herzlichen Dank an Annalena Böcke für die Redaktion zu dieser Folge und an Floristan von Czama und Posten für den Schnitt
01:12:27: und das Sounddesign.
01:12:29: Eine Produktion von Auf die Ohren.
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